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111. Kapitel.
DER GELDVERKEHR FRANKREICHS MIT DEM AUSLANDVON 1789 BIS 1796:
DER INTERVALUTARISCHE KURS.
Im folgenden soll der Geldverkehr Frankreichs mit demAuslande dargelegt werden, wie die Assignaten in volkswirt-schaftlicher Beziehung damals gerechtfertigt wurden, und wiesie tatsächlich zu verstehen sind.
Die internationalen Beziehungen Frankreichs in Bezugauf die valutarische Geldart (intervalutarischen Beziehungen)verschlechterten sich schon von der ersten Hälfte des Jahres1789 ab.
Frankreich befand sich am Anfang einer Revolution.Für die körperlich arbeitenden Klassen war ein ständigerFeiertag angebrochen; fast niemand arbeitete mein - , namentlichnicht in Baris. Handel, Industrie und der damals so wichtigeAckerbau lagen völlig darnieder. Während Frankreich frühervorwiegend exportierte und verhältnismäßig wenig importierte,trat jetzt das Gegenteil ein. Es mußten in das agrarischeFrankreich die notwendigsten Lebensmittel, insbesondere Getreide,importiert werden. Die Verhältnisse wurden in den folgendenJahren nur noch schlimmer. Die Finanzlage des Staatesgestaltete sich durch die Popularitätshascherei des revolutionärenKonvents, namentlich durch seine ins maßlose gehende Frei-gebigkeit, immer bedenklicher. Die Volkswirtschaft war fastvernichtet. Im Innern fingen anarchische Elemente an, dieOberhand zu gewinnen. Hungersnot herrschte in einer Reihevon Departements und verursachte einen gewaltigen Getreide-import, zum Teil auf Kosten des Staates.
Frankreich war dazu anfangs 1793 gerade im Begriff,mit fast allen Kulturstaaten Krieg zu führen: mit England, dem deutschen Reiche, Preußen, Oesterreich, Holland, Sardinien, Neapel und Spanien. Auch ein Bürgerkrieg sollte nochgewaltige Kosten und Verluste verursachen (Vendce, Normandie,Bordeaux, Marseille, Toulon, Lyon) .