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Das Geldwesen Frankreichs zur Zeit der ersten Revolution bis zum Ende der Papiergeldwährung / von Hermann Illig
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II. DIE PAPIERGELD WÄHRUNG .

Vom Fiskus konnte die Volkswirtschaft keine Rettungerwarten, denn dieser war aus früherer Zeit her stark über-schuldet. Steuern gingen fast keine mehr ein. Dazu warenviele Steuern aus der Zeit des ancien regime verhaßt undsollten abgeschafft werden an sich schon ein großes Wagnisin so bedrängter Zeit. Die phantasievollen Pläne der Revolu-tionäre kosteten aber ungeheuer viel Geld. Es waren alsozahlreiche Gründe vorhanden, die geeignet waren, dem fran-zösischen Wechselkurs (intervalutarischen Kurs) eine sinkendeTendenz zu geben.

3 livres kosteten an der Hamburger Börse vor 1789 beiWechseln von 2 Monaten Ziel 25 bis 24'la Schilling Ham-burger Banko (sogen. Bankovaluta). Im Vergleich dazu fielder französische Wechselkurs in Hamburg nach den dortigenBörsennotierungen von Anfang 1789 bis Herbst 1791 um etwa20 und bis Herbst 1792 um etwa 30 von 100 livres. DasSinken des Wechselkurses wurde naturgemäß mit der Papier-währung in Zusammenhang gebracht.

Diese gefürchtete Erscheinung suchte man damals vonvornherein zu verhindern durch Sicherung des sogenanntenAssignatenkurses.

Die Papierwährung bedarf, wenn der Wechselkurs nichtsinken soll, eines finanziell starken Staates, der bereit ist,Opfer zu bringen und sie zu bringen versteht. Werden dieStaatsgeschäfte aber von einer unerfahrenen Versammlunggeleitet, während des allgemeinen Niedergangs der Volkswirt-schaft, bei großer Überschuldung des Staates, so ist ein Sinkendes Wechselkurses sicher. Vor allem wußten zur Zeit derRevolution die Nationalversammlungen nicht, daß der sogenannteAssignatenkurs nichts anders war als der Wechselkurs. Sieoperierten mit dem Begriff Kredit und zwar, wie wir baldsehen werden, mit Realkredit.

Unter den Maßnahmen zur Sicherung des Staatsnoten-kurses ist als historisch erste die zu erwähnen, welchedie caisse descompte ergriff.