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Das Geldwesen Frankreichs zur Zeit der ersten Revolution bis zum Ende der Papiergeldwährung / von Hermann Illig
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II. DIE PAPIERGELD WÄHRUNG.

lieiten scheitern mußten. Noch weniger konnte einigermaßengenau der Nutzungswert festgestellt werden.

Die meisten dieser Schätzungen stammen nämlich vonParlamentariern und werden von ihnen in ihren Gelegenheits-reden in den Nationalversammlungen, bezw. im Konventebenützt. Sie wollen wohl auch wissenschaftlich nicht gerecht-fertigt sein, sondern dienen nur publizistischen Zwecken. Siesollen lediglich der Ausdruck sein für den ungeheuren Reich-tum der Nation und der gewaltigen Gütermassen, auf denendie Assignaten hypotheziert seien.

Aber auch die anderen Schätzungen, die wissenschaft-lichen Wert für sich beanspruchen, sind nicht brauchbar, weilsie von Metallisten ausgehen. 1 ) Sie sehen das Hartgeld als un-veränderlichen Wertmesser an und glauben danach dievaleurreelle des immeubles aliencs feststellen zu können für dieganze Periode der Papiergeldwährung. Tatsächlich bewährtenaber doch gerade damals die Edelmetalle ihre Natur als Ware.

Für unsere Betrachtung sind alle diese Berechnungen ohnewesentliche Bedeutung, da die Lehre von der Hypothezierungder Assignaten auf die Nationalgüter unseres Erachtens nichtzutrifft.

Trotzdem ist diese Ansicht herrschend und wird nament-lich von Historikern vertreten. Kein Geringerer als Thiers inseinerHistoire de la revolution framjaise vertritt sie. Sehrklar kommt sie bei ihm zum Ausdruck anläßlich der Besprechungder mandats territoriaux, die nur dem Namen nach von denAssignaten verschieden waren. Auch sie sollten auf die National-güter hypothezierte Staatsnoten sein. Über sie schreibt er 2 ):

) So z. B. Ramel, 1. c., S. 36 ff. Er legt seinen Berechnungen dieoffiziellen Schätzungen, die durch Multiplikation des Wertes der jährlichenNutzungen erhalten werden, zugrunde. Er will außerdem durch Ad-dierung von Schätzungen aus verschiedenen Jahren den Wert der Güterfür etwa 1 Jahrzehnt feststellen, während er bei der Unbesländigkeit derVerhältnisse höchstens für einen Moment festgeslellt werden könnte.

2 ) 13. Auflage Band 8, S. 109.