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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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KAPITEL 1.

Die Fruchtbarkeit des Bodens ist eine geringe. Diesbeweisen die Angaben der durchschnittlichen Ernteerträge,wie sie seit 1879 von der Verwaltung erhoben werden.

Es wurden im Mittel der Jahre 18791882 1 von denam häufigsten gebauten Früchten auf den Hektar geerntet:Winterweizen .... 13,4 Centner,

Winterroggen. . , . 9,6

Kartoffeln.77,4

Wiesenheu.46,4

Wein.9,1 Hectoliter.

Die Angaben für die einzelnen Jahre findet man in derTabelle II.

Nach den Erhebungen über die Bodenbenutzung ausdem Jahre 1883 wurden nun bebaut:

437,64 ha mit Winterweizen,

992,92 Winterroggen,

1432,83 Kartoffeln.

Dies würde für das ganze Thal einen durchschnittlichenJahresertrag ergeben von

5 864 Centner Wioterweizen,

9 532 - Winterroggen,

110 910 Kartoffeln.

Nehmen wir nun das wenige, was sonst an Getreidegebaut wird, hinzu (vgl. die Tabelle III), so würde sich eindurchschnittlicher Jahresertrag von etwa 160 000 CentnerGetreide und 110 910 Centner Kartoffeln ergeben. Dividirenwir mit der Anzahl der Bewohner des Thaies in diese Summehinein, so ergibt sich ai if den Kopf der Bevölkerung einjährlicher Ertrag von 124 Pfund Getreide und 684 PfundKartoffeln.

Mit diesem Ertrag die Nahrungsbedürfnisse zu be-friedigen, und ausserdem mit ihnen die sonstigen notliwendigenLebensbedürfnisse einzutauschen, erscheint unmöglich. Dar-nach ist klar, dass die Weilerthaler Bevölkerung von derLandwirthschaft allein sich unmöglich ernähren kann. Sie

1 Die Angaben seit 1883 sind wegen der Einführung der Doppel-centnor so unzuverlässig, dass ich sie nicht berücksichtigt habe.