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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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KAPITEL III.

Firma lässt neben den in der Wolle gefärbten Sachen auchim Stück färben, was billiger ist, aber eine weit wenigerschöne und haltbare Färbung liefert.

Den hauptsächlichsten Markt für die Damenkleider-stoffe bildet Deutschland selbst, und zwar vorwiegend Berlin .Nach den Angaben, welche die verschiedenen Fabrikantenmir über den Umfang ihres Absatzes gemacht haben, kannich getrost behaupten, dass mindestens 2 / 3 aller verkauftenWaaren in Deutschland untergebracht werden. Der Restgeht nach Frankreich und Amerika und ein geringer Theilnach der Schweiz, Belgien und Italien.

Was nun die Chancen dieser Gewebe auf dem Welt-markt betrifft, so sind dieselben für die Stapelartikel unddie Neuheiten sehr verschieden. Beiden allerdings hat dieMode der letzten Saison schwere Nachtheile gebracht. Die-selbe ging im allgemeinen auf einfarbige Stoffe (etoffes unis),und vernachlässigte das Carreau ganz und gar. Da abergerade letzteres die Stärke Markirchs istsi le carreaumarche, St. Marie 1 est la reine wurde mir gesagt, unddie dortigen Firmen vielleicht auch bezüglich dieser Artikeletwas hartnäckig sind, wie ein anderer Fabrikant sich aus-drückte, so liegt augenblicklich die Fabrikation in Markirchsehr darnieder.

Dies betrifft vorzugsweise die Stapelartikel. Der Be-trieb der Neuheiten hat in den letzten beiden Saisons durcheine andere Richtung der Mode gelitten. Es ist dies dieschon angedeutetete Vorliebe für die Stoffe aus den ganzschweren und groben englischen Wollen, wie sie namentlichaus den Fliessen der Berghämmel und aus Ziegenhaaren ge-wonnen werden. Diese Modeänderung ist so gross, dasswährend früher für die Kette die Nummern 50 bis 60, undfür den Einschuss 7090 verwandt wurden, jetzt für erstere1220, für letztere 2530 verlangt wird. Auch wird jetztstatt des feineren Kammgarns häufig eine Mischung vonStreich- und Kammgarn beliebt.

Anscheinend haben sich die Markircher durch den Be-

1 St. Mario aux mines ist der französische Harne für Markirch.