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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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DIB MARKIRCHER INDUSTRIE.

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zug dieser englischen Garne vor der Concurrenz der fertigenenglischen Stoffe einigermassen zu sichern gewusst.

Ganz verschieden wurden die beiden Arten von Kleider-stoffen durch die französischen und amerikanischen Woll-verhältnisse berührt.

Während die geringerwerthigen Stapelartikel durch dieEinführung des Gewichtszolls in Frankreich eine, wenn auchnicht so beträchtliche Erhöhung des Zolles wie die Mouchoirserfahren haben, hat jene Aenderung den auf den werthvollenNeuheiten ruhenden Zoll bedeutend herabgesetzt. Der Ge-winn soll hier durchschnittlich 20% des Werths der Gewebebetragen.

Auch die in Amerika eingeführte Zollerhöhung hatvorzugsweise die Stapelartikel betroffen, so dass der Absatzderselben dorthin sehr nachgelassen hat.

Ebenso ist die Concurrenz anderer Länder nur denStapelartikeln gefährlich, während die den Neuheiten durchdie Engländer bereitete Concurrenz nach der Ueberzeugungder meisten Markircher nur eine vorübergehende Rolle zuspielen berufen ist. Die Markircher fühlen sich stark genug,alle Nebenbuhler auf diesem' Gebiete vermöge ihres Ge-schmacks, der Geschicklichkeit ihrer Weber und ihrer schönenFarben aus dem Felde zu schlagen. Der Absatz neuesterNeuheiten (hautes nouvautes) nach Paris und Berlin , ist nachwie vor ein bedeutender und lohnender.

Anders die Stapelartikel. Hier findet Markirck in dersächsischen Weberei einen fast unüberwindlichen Gegner.In baumwollenen Tüchern ist es hier namentlich Merane,in wollenen Gera , das überall vermöge der Billigkeit seinerWaaren siegreich durchdringt.Sobald die Sachsen unseinmal ein Muster abgeguckt haben, ist gegen sie nicht mehraufzukommen, versicherte mir ein Fabrikant.

Die Carreaux können sie durchschnittlich 20% billigerliefern als Markirch. So erzählte mir von einem bestimmtenArtikel der Fabrikant, der ihn zuerst hatte hersteilen lassen,er hätte 1,80 Mk. pro Meter gegolten. Kaum wird er vonden Sachsen nachgeahmt, so sinkt sein Preis auf 1,40 Mk.herab.