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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
Entstehung
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DIE WEBEREI IM WEILERTHAL.

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Weiler angab:sist doch pläsirliclier mit dene viele Lützusammen zu schaffen.

Im Weilerthal existiren fünf solche Ateliers, davonzwei in Weiler, eines in Meisengott und zwei in Steige.

Den grössten Theil ihrer Gewebe lassen die MarkircherFabrikanten durch Hausweber anfertigen. Es gibt deren inden meisten benachbarten Thälern; so im Leberthal selbst,im Weiler-, Stein- und Breuschthal; ferner in Tannenkirchen am Abhänge des Tännchel und in der Illebene, besondersin Kestenholz, Iiilsenheim, Muttersholz und einigen anderenOrtschaften.

Die Anzahl der im Weilerthal lebenden Hausweberfestzustellen, ist nicht leicht.

Ebenso nämlich wie der aufsteigende Gang einer Fabrik-industrie sofort das Heer der Fabrikarbeiter um zahlloseRekruten sowohl, wie zur Disposition gestellte Kämpfer ver-mehrt, der Niedergang aber eine zahlreiche Menge wiederausscheidet, in ganz derselben Weise findet der MarkircherFabrikant in den Zeiten des Aufschwungs eine Menge Leute,welche sich ihm als Arbeiter anbieten. Der Holzhauer wirftseine Axt bei Seite, der Feldbebauer lässt seinen Karst,mit dem er sonst als Tagelöhner oder auf gepachtetem Feldzu schaffen pflegte, in der Scheuer stehen und schlägt seinenseit lange auseinander genommenen und in verstecktemWinkel lagernden Webstuhl wieder auf, um sich an ihmmit müheloserer Arbeit einen höheren Verdienst zu ver-schaffen. In solchen Zeiten aber, wie sie jetzt herrschen,da wird ein Webstuhl nach dem andern abgeschlagen , undFeld und Wald, und Matte und Rebgelände begrüssen aufsNeue die alten Bekannten in ihrer Mitte.

Wen soll man nun bei einer statistischen Aufnahmeals Weber rechnen? Natürlich nicht nur die Personen,welche im Augenblick Arbeit haben; denn die feierndenWeber können schon am nächsten Tage wieder ein Stückzum Weben bekommen. Falsch wäre es aber auch, nur die-jenigen zu zählen, welche ihren Webstuhl noch nicht aus-ein andergenommen und bei Seite gestellt, oder wie der üb-liche Ausdruck lautetabgeschlagen (demonte) haben.