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KAPITEL IV.
Stellung, die Nummer des Musters im Hauptbuch, auch dieLänge der Kette und der Arbeitslohn (prix de fagon) aufge-zeichnet. Mit seinem Stück nimmt nun der Weber auchseinen Stückzettel mit, steckt ihn zu Hause regelmässig ineine Spalte des Webstuhles, damit er ja nicht verloren geht,und bringt ihn nach Yolleudung der Arbeit dem Faktor zu-rück. Dieser lohnt ihn aus, bemerkt das auf dem Zettel,und sendet diesen sowie den eigenen Stückzettel mit derfertigen Waare dem Fabrikanten zu.
Halten die Fabrikanten kein den Weilerthalern erreich-bares Depot, so sind die Arbeiter genöthigt, sich die Wolleselbst zu holen und das Fabrikat selbst abzutragen. Umnach Markirch zu gelangen gehen dann die Leute auf einemder beiden im Kapitel I erwähnten Wege nach Wansel oderLeberau, von wo aus sie die Eisenbahn benutzen. EinRetourbillet von Leberau bis Markirch kostet sie 0,45 Mk.Umständlicher ist der Transport nach Rappoltsweiler . Hiermüssen die Leute — oft von einem Orte des hinteren Thaiesaus —■ bis zur Station Weilerthal laufen, um von dort mitEisenbahn und Tramway nach dem Ziel zu fahren. ZurHin- und Rückreise ist ein ganzer Tag erforderlich, welcher,das Zehrgeld eingerechnet, die Leute mindestens auf 3 Mk.zu stehen kommt. Diese Ausgabe ist um so drückender,wenn in so schlechten Zeiten, wie sie jetzt herrschen, dieLeute oft 4—5 mal nach Rappoltsweder sich aufmachen„luige, obs nichts zu schaffen gibt“. Immer wieder mitleeren Händen zurückkommend, zehrt der Mann auf dieseWeise schon im Voraus den ganzen Lohn für eine Ketteauf, wenn er wirklich so glücklich ist, schliesslich noch einezu erhalten. Es gibt übrigens auch Weber, wenn auchnicht viele, die den ganzen Weg bis Rappoltsweiler zu Fusszurücklegen.
Die Regelung der Löhnung erfolgt auch bei demdirekten Verkehr zwischen Arbeitern und Arbeitgeberndurch Stückzettel.