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KAPITEL V.
keine Hühner besitzen. Die Eier derselben werden zumgrössten Theil im Haushalt verwandt, ebenso die jungenHühner, die man etwa ausbrüten lässt. Nur die Dörfer inder Umgegend der Stadt Weiler finden daselbst für beideseinigen Absatz.
Ein kleiner Handel mit Eiern, ebenso wie mit frischerButter bestellt aus dem Weilerthal nach Markirch . Währendnämlich in Weiler und Schlottstadt das Ei nur einen Sougilt, verkauft man das Dutzend Eier in Markirch zu 14 bis15 Sou. Ebenso ist der Preis des Pfundes Butter hier 1bis 2 Sou höher als dort. Auf einem Rückkorb tragen nundie Leute jedesmal 10—12 Pfund Butter und 15—18 PfundEier, die sie im Dorfe aufgekauft haben, nach Markirch hin,wo sie ihre Waare von Haus zu Haus wandernd abzusetzensuchen. Durchschnittlich verdienen sie auf diese AVeisejedesmal 2 bis 2,50 fr. nebst den Reiseunkosten.
Eigentümlich ist auch die Gepflogenheit, die ich inBassenberg und Triembach ziemlich verbreitet, anderwärtsnur hie und da auftauchend fand: Die Eier als Tauschmittelbeim Bäcker und Krämer zu benutzen. Verloren wird hier-bei natürlich stets etwas. So galt in meiner Anwesenheitdas Ei etwa 6'/2 Pfg., wurde aber vom Bäcker und Krämernur für 4 Pfg. angenommen.
Die Anzahl der im Weilerthal gehaltenen Schafe be-trägt nur 87. Yerhältnissmässig die meisten hat Urbeis mit21, Steige mit 20 und Erlenbach mit 13 Stück. In ersterenGemeinden sind es nur die „Fermiers“, die solche halten. DieAVolle wird oft in der Art verwerthet, dass man sie in einerFabrik spinnen lässt, und aus dem Fabrikat dann selbstStrümpfe strickt.
Auch Kaninchen („Kinjele“) werden nur wenig imThal gehalten. Trotzdem sich dieselben nicht schwer auf-ziehen lassen, und sich, wie bekannt, ungemein schnell ver-mehren, schreckt man doch vor dem Halten derselben zurück,einmal, weil sie den Boden zu sehr aufwühlen, und dannweil sie zwei fast in jedem Haus anzutreffende Feinde haben: