LANDWIRTHSCHAFT UND VIEHZUCHT.
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kocht. Die kleineren Därme werden zu den besseren Blut-würsten benutzt, die aus Fleisch, Blut, Milch und Semmelbereitet werden.
Die Ferkel, welche zur Aufzucht verwendet werdensollen, werden fast stets auf den Märkten in Weiler undSchlettstadt oder auf den Fermen gekauft. Man zahlt fürein 6 — 8 Wochen altes Ferkel im Winter 10-—12, imFrühjahr 18—20 fr. Da die Ferkel meist gekauft werden,so ist die Anzahl der Zuchtsauen auch sehr gering. Diemeisten werden auf den Fermen gehalten, woselbst für die-selben mehr Iiaum ist, als in den Dörfern. Die beiliegendeTabelle Y gibt die Anzahl der Mutterschweine nach derViehzählung von 1883 an. Meine eignen Aufzeichnungen,die wie jene nach den Mittheilungen der Bürgermeister ge-macht worden sind, zeigen meistentheils etwas niedrigereZahlen. Eber existiren nur 2 im Thal; einer in einer Fermbei Breitenbach und einer in Laach. Die Besitzer vonMutterschweinen sind daher meist genöthigt, diese nach aus-wärts, so nach Hohwald, oder in die Nähe von Climont, nachDeutsch-Rumbach im Leberthal und nach Kestenholz zuführen. Die Preise für den Sprung sind sehr verschieden.Am meisten, nämlich 3 Mk., müssen die Einwohner vonSteige den Eberbesitzern bei Climont bezahlen. Die Laacher zahlen 1,60 Mk., die Leute aus Urbeis, Grube und Breiten-bach 1 Mk. In Deutsch-Rumbach wird den Breitenauernnur die Summe von 60 Pf. abverlangt.
Es scheint hier die eigenthiimliche Erscheinung sich zuzeigen, dass entgegen allem was man erwarten solltenicht die erhöhte, sondern die verringerte Nachfrage denPreis steigert. Das wenigstens ist mir als Grund für die 3Mark in Steige angegeben, wo nur 3 Mutterschweine imDorf und ebensowenig in den umliegenden Ortschaftensich befinden. Hierzu stimmt auch, dass die Leute ausUrbeis, Grube und Breitenbach, welche ein viel geringeresSprunggeld zahlen, eine grössere Anzahl von Muttersauenhaben.
Man findet im Weilerthal nur wenige Familien, die
KAEllG'EU, I-Iausweber im Woilerthnl. 7