ANDERE GEWERBE.
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Die Sockenindustrie leidet übrigens in jetziger Zeitebenso wie die Weberei an einer darob die verschiedenstenVerhältnisse hervorgerufenen Krisis. Insbesondere hat eineAenderung der Rubricirung der Socken in den Positionen desfranzösischen Zolltarifs eine solche Zollerhöhung zur Folgegehabt, dass man zweifelt, ob sich diese Industrie unter sol-chen Umständen wird halten können. Einen schlagendenBeweis für die schwierige Lage derselben liefert der Um-stand, dass bereits zwei Fabrikanten ihr Etablissement inWasselnheim aufgegeben und sich in Frankreich niederge-lassen haben.
Ziemlich mannigfaltig sind die kleinen Industrien, denendie Wälder des Weilerthales das Rohmaterial liefern.
Hier sind zunächst die Holzschuhmacher zu erwähnen.Ihrer gewerblichen Stellung nach lassen sie sich in Hand-werker und Hausindustrielle scheiden. Erstere arbeiten Bil-den sofortigen Absatz an die Consumenten, welche sich ausdem eigenen oder den Nachbardörfern rekrutiren. Gewöhn-lich schaffen sie nur auf Bestellung, und zwar gewöhnlichmit Holz, das die Leute selbst bringen. Doch kommt esauch vor, dass sie den Winter über einen Vorrath anSchuhen anhäufen.
Die Hausindustriellen dagegen verarbeiten grössereMengen von selbst gekauftem Material und verkaufen ihreFabrikate an Kaufleute und Commissionäre, und nur seltenselbst auf dem Markt.
Merkwürdig ist es, dass diese Art von Holzschuhmachernnur in den wälschen Gemeinden des südwestlichen Winkelssitzen, während das ganze übrige Thal nur den handwerks -mässigen Betrieb kennt.
Die Anzahl der Hausindustriellen beträgt ungefähr inBreitenau 5, in Laach 8, in Grube 20 und in Urbeis 15.
Zu den Holzschuhen wird vorzugsweise Buchenholz ver-wandt, doch werden auch solche aus Kirsch, Nuss, Escheoder Ahorn gefertigt. Nach Mittheilungen des Herrn Ober-försters in Weiler werden im Kanton durchschnittlich 300Festmetor Buchenstammholz III. Klasse verkauft. Da die-selben grösstenthcils zur Holzschuhfabrikation bestimmt, der
KAERGER, Ilausweber itn Weilcvlhal. 8