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derjenigen, die weder Haus noch Grund besitzen, eine vielkleinere, indem die grosse Mehrzahl der Weber doch ent-weder das eine oder das andere im Vermögen hat. Solcherabsoluter Nichtbesitzer gibt es nur 51, also 5,52 °/o allerWeber. Sehen wir uns nun die absoluten Zahlen an, so istes nicht Weiler, welches mit seinen 11 Personen die grössteAnzahl derselben aufweist, da es von Laach (15) und Grube(12) übertroffen, von Neukirch (11) ganz und von Steige(10) beinahe erreicht wird. Fassen wir aber das Verhältnissins Auge, in welchem die Anzahl der Nichtbesitzer zu allenWebern in einem Dorf steht, so überragt Weiler mit seinen42,3% die Dorfgemeinden bei weitem, da von diesen alshöchster Procentsatz 18,5, als Durchschnittstatz aber nur4,34% erreicht wird.
Unter den als Miethern angeführten Personen befindensich einige in Verhältnissen, die einer besonderen Erwähnungverdienen.
Zu diesen habe ich einmal auch solche Weberfamiliengerechnet, die bei ihren Eltern entweder gegen den gewöhn-lichen Micthzins oder gegen Leistung gewisser Arbeiten oderauch unentgeltlich wohnen, da der für die sociale Betrach-tung wesentliche Punkt, die Abhängigkeit vom llauseigen-thümer auch hier vorhanden ist.
Bemerkenswerth ist ferner das Vorkommen von Ver-hältnissen, die wir in der Stadt als Zimmer- und Schlafstellen-miethe bezeichnen würden.
Junge ledige Leute, meistens nur männlichen Geschlechts,die weder Eltern noch sonst ein Heim besitzen, gehen mitihrem ererbten Wobstuhl in eine Familie, woselbst sie mitderen Mitgliedern in denselben Zimmern essen und schlafen,und überhaupt ganz wie diese behandelt werden. Hierfürwird regelmässig 4 fr. oder 4,50 fr. per Monat gezahlt. Dieübliche Bezeichnung dieser Person ist merkwürdiger Weise„Gesell“ und ihr Verhältniss wird durch den Ausdruck cha-rakterisirt: „Er schafft ums Kostgeld“. Trotzdem webt eraber auf eigene Rechnung und ist in der Regel nicht ver-pflichtet, einen Tlieil des Verdienstes an den Kostgeber ab-