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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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KAPITEL VII.

Bietet sie uns einen treuen Spiegel der Wohlhabenheit ihrerBewohner ?

Bis zu einem gewissen Grade zweifelsohne. So deutenbeispielsweise die Unterschiede der verschieden guten Holz-arten an den Möbeln entschieden auch solche im Wohlständean. Die Preise der Möbel sind je nach der Holzart unge-fähr folgende:

Aus Tanne Aus Kirsch, Eiche,Nussbauni etc.

Tisch .

. 10 fr.

15

fr

Schrank

. 40

120

Yl

Bett

2025

80

r>

Nachttisch 810

20

5J

Anders dagegen verhält es sich mit einer Anzahl Klei-nigkeiten, die, obwohl nicht sehr theuer, doch ungemein dazubeitragen, die Wohnung freundlicher zu gestalten. So kostenein Paar Gardinen nur 2 Mk.; Fenster mit ganzen Scheibenkosten nur 2 Mk. mehr wie die hässlichen Stückfenster.Rohrstühle kosten 4 fr. das Stück, solche mit Holzsitzen3 fr.

Das Vorhandensein der besseren Sachen zeigt uns ebensowie die billigen aber hübschen Zimmerausschmückungen nichtimmer den Wohlstand der Bewohner, sondern vor allem ihrBestreben an, sich ein behagliches und wohnliches Heimzu schaffen, und fremden Leuten zu zeigen, dass man auchetwas auf sein Aeusseres hält.

Wenn man nun auch ferner nicht immer aus einemunfreundlichen Aussehen des Zimmers auf die Armuth seinerBewohner, sondern in erster Linie nur auf deren Nach-lässigkeit und Lüderlichkeit schliessen darf, so ist doch auchandererseits sicher, dass die gänzliche Mittellosigkeit desMenschen erstens, wie in allen Dingen, so auch bezüglichder einfachsten, Jedermann von selbst einleuchtenden hygie-nischen Anforderungen einer Wohnung eine vollkommeneSorglosigkeit und zweitens eine vollständige Gleichgültigkeitgegen die wie soll ich sagen Aesthetik der Lebens-haltung hervorruft.

Wenn beispielsweise ein Hausvater den Sand, den die