EIE FAMILIE.
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Demnach haben in Gereuth 43°/o, also fast die Hälftealler Weberfamilien im Zeitraum von 1—2 Jahren immerwieder ein neues Kind bekommen. Eine ganz fabelhafte,kaninchenhafte Fruchtbarkeit. In den Orten Diefenbach undTriembach kommt dagegen jene Fruchtbarkeitsziffer nur in31 resp. 29°/o sämmtlicher Fälle vor. Die Fruchtbarkeits-ziffer von 2—3 Jahren erreichen in den drei Dörfern ziemlichdie gleiche Anzahl von Familien, in Diefenbach 30, in Ge-reuth und Triembach 20 von je 100 Familien. Für die 3bis 4jährige Wiederkehr von Kindern ändert sich das Ver-hältniss ganz und gar. Wenn bei der ungünstigsten Frucht-barkeitsziffer Gereuth ganz oben, bei einer mittelmässigenmit den übrigen auf gleicher Höhe stand, sinkt es jetzt beider verhältnissmässigen guten Ziffer von 3—4 Jahren ganzrapide auf 11 °/u herab, und bleibt von nun an dauernd unterden beiden andern Dörfern. Triembach dagegen, das in denbeiden ersten Colonnen am wenigsten Betheiligung zeigt,weist von hier ab, von einer Colonne abgesehen, die höchstenProcentsätze auf.
Die allgemeine Tendenz bei allen drei Dörfern ist einestreng fallende. Wenn zum Schluss Diefenbach und Triem-bacli wieder um einige Procent in die Höhe steigen, so liegtdas an einigen ausscrgewöhnlichen Ehen, die trotz einer mehrals zwanzigjährigen Dauer doch nur ein Kind in die Weltgesetzt haben. Die erste Colonne ist wegen der Seltenheitdes Vorkommens von Zwillingen — denn um solche handeltes sich hier allein — kaum mitzuzählen.
Die Verschiedenheit nun, mit der sich die Weberfamilienin den drei Dörfern vermehren, läuft vollkommen parallelmit der verschiedenen Vermögenslage ihrer Einwohner, wiesie mir durch die Beobachtung ihrer Lebenshaltung erschienenist. Ich erhielt den Eindruck, dass Gereuth tief unter denbeiden andern Gemeinden steht, und von diesen wiederumTriembach besser situirte Bewohner hat, als Diefenbach.
Doch ich habe das Verhältnis der Fruchtbarkeit zurArmutli noch exakter festzustellen versucht.
Zu diesem Beliufo habe ich bei jeder Weberfamilie derdrei Dörfer die Summe sämmtlicher Steuern, auf welche sie