DIE FAMILIE.
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verblieben, ein ganz ungewöhnliches Yerhältniss, wenn manbedenkt, dass die nächst niedrige Procentziffer (Urbeis), diedas Yerhältniss der Ortskinder zu den Aussenkindern angibt,nur 34,8, also um beinahe 20 weniger beträgt. Yon denübrigen Dörfern mit entschieden armer Bevölkerung zeigtGereuth 9,3, Breitenau 9,3, Grube 8,0, Diefenbach 9,2, Urbeis 7,3, Meisengott 10,0°/o und einzig und allein Thannweilereinen höheren Procentsatz (13,6). Auch die beiden Orte mittheils armer, theils wohlhabender Bevölkerung zeigen niedrigeProcentsätze, nämlich Steige 9,3 und Neukirch gar nur 8%.Von den besser situirten Gemeinden zählt St. Moritz 11,2,Breitenbach 11,9, St. Martin 12,1 , St. Petersholz 15,7Ausserortskinder auf 100 Weberpersonen. Alle diese Ge-meinden zeigen also höhere Proceutsätze als jene armenDörfer. Erlenbach kann wegen der geringen Anzahl seinerWeberfamilien, Weiler wegen seiner von den Dorfgemeindenabweichenden Verhältnisse nicht verglichen werden. Die un-verhältnissmässig hohen Procentzahlen von Bassenberg (19,0)und Tricmbach (18,6) stehen mit den Wohlhabenheitsver-hältnissen dieser Gemeinden nicht ganz im Einklang.
Ob dieser Parallelismus nun darauf beruht, dass dieArmuth die Ursache, oder dass sie die Folge des Bleibensim Dorf ist, lässt sich schwer sagen. Zu ersterer Annahmekönnte die Betrachtung Veranlassung geben, dass je ärmerdie Leute, desto weniger unternehmungslustig und destogleichgültiger gegen ihr Schicksal sie sind, während die ent-gegengesetzte Annahme durch die noch näher liegende Ueber-legung gerechtfertigt werden könnte, dass bei einem zu ge-ringen Abfluss an nahrungsbedürftigen Individuen die Mitteleiner Ortschaft immer weniger genügend werden, um denLeuten, die sich in ihr niederlassen, den nöthigen Lebens-unterhalt zu gewähren.
Ein noch richtigeres Bild von dem Umfang des Kinder-Abzugs in jeder Gemeinde würde man erhalten durch Ver-gleich der Anzahl der Aussenkinder nicht, wie es hier ge-schehen, mit der gesannnten Weberbevölkerung, sondern mitder Anzahl der abzugsfähigen d. h. den Gewohnheiten desThaies zufolge der über 15 Jahr alten Kinder.