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I. ABSCHNITT
rechten Ufer gelegen) von unserem Schiffer eine Abgabe er-heben für die Anfertigung und Unterhaltung eines Durch-stiches (den es also noch unter sächsischer Herrschaft aus-geführt hatte). In Mühlberg, wo wir das preussische Ge-biet wieder verlassen, werden aus dem nämlichen Grundewie in Wittenberge die Schiffsgüter hei der Zollzahlung ge-nau revidirt. In Sachsen haben wir zuerst in Strelda demdortigen Kittergute Zoll zu zahlen; der sächsische Staatverlangt alsdann einen Zoll in Meissen , der alten Bischofs-stadt mit der Albrechtsburg. — Dresden , wohin wir daraufgelangen, ist wie Magdeburg ein Umladeplatz. Hier mussalso ebenfalls umgeladen werden in den böhmischen Kahn.Jedoch kommt uns dies hier nicht so teuer zu stehen;immerhin müssen wir ausser dem königlichen Zoll eine Ge-bühr bezahlen. Nach kurzer Fahrt muss in Pirna wiederumumgeladen werden. Indessen ist wohl anzuneimien, dassdas hiesige Umladerecht infolge der Nähe Dresdens nurdann ausgeübt wurde, wenn die Umladung aus irgend einemGrunde in Dresden nicht erfolgte. Der Ertrag des Zolles,der neben der städtischen Umladegebühr von dem Staate inPirna von unserem Schiffer verlangt wird, ist für dendortigen Gotteskasten und für den Geistlichen auf der FesteKönigstein bestimmt. Bei unserer Fahrt durch die sächsischeSchweiz erhebt die Regierung noch einen Zoll in Schandau .Der österreichischen Regierung müssen wir schliesslich noch3 Zölle entrichten: in Tetschen, Aussig und Salesl. InMelnik muss die Schiffahrt in jedem Falle aufhören undunser Schiffer übergiebt hier die Waren dem Landtransport.
Das Bild von der Belästigung wird noch deutlicher, wennwir an die Schwerfälligheit der Beamten, die Compliciertheitder Tarife und an das Unwesen der Nebenabgaben denken.
Der Status des Jahres 1815 hatte sich bis 1819, alsdie Commission in Dresden zusammentrat, bereits insofernverändert, als seit dem 1. Januar 1819 durch das preussischeZollgesetz vom 26. Mai 1818 eine Durchfuhrabgabe einge-führt worden war. Sie betrug regelmässig 12 Groschen fürden hainburgischen Ocntner (— 112 Tb) und war von denElbschiffern, sofern sie durch preussisches Gebiet fuhren,