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EINLEITUNG.
Reichstagen zu Nürnberg 1542 und Regensburg 1603 mit denwetterauischen, zu Regensburg 1598 mit den schwäbischen Grafen.Im fränkischen Grafenkollegium folgten sich 1641 Hohenlohe,Castell. Löwenstein, Seinsheim , Erbach, Limpurg usf., 1719 und1745 folgt Erbach an vierter Stelle. Direktoren des fränkischenGrafenkollegiums waren von den Gliedern des Hauses Erbachdie Grafen Georg III. 1585, 1601 f., Ludwig I., der Ritter , 1623,1625, Georg Albrecht II., Posthumus, 1697, Georg Wilhelm zu Erbach-Erbach 1745, Georg August zu Erbach-Schönberg1747—1753. Das gräfliche Haus führte bis gegen Mitte des18. Jahrhunderts im fränkischen Grafenkollegium eine, seit 1758zwei Stimmen, auf den fränkisphen Kreistagen eine Stimme x ).
Nach dem Tode (1539) Eberhards XIII. (als Graf der I.)kam unter den drei Söhnen 1544 ein Teilungsrezeß zustande,nach welchem die Grafschaft mit den dazu gehörigen Güternund Einkünften in Zukunft unzerteilt und unzertrennt bestehen,und kein Teil ohne Zustimmung der andern etwas davon ver-äußern dürfen sollte; ein Grundsatz, der für alle späterenLandesteilungen, insbesondere auch diejenigen von 1718 und1747 maßgebend blieb. Dagegen wurden jedem Teilhaber einigeÄmter zur Nutzung und Verwaltung zugewiesen.
Allein zwei Söhne Eberhards I. starben, ohne Nachkommenzu hinterlassen; demgemäß fielen ihre Nutzungsteile dem einzigenEnkel Eberhards I., dem Grafen Georg II. zu, unter dessen Re-gierung das erbachische Gebiet den größten Umfang hatte, denes jemals besaß.
Von den vier Söhnen des Grafen Georg II. führte derälteste, Friedrich Magnus, die Regierung der ganzen Grafschaftallein unter dem Beirate seiner Brüder; lediglich die Revenüenwurden geteilt. Nach seinem Tode (1619) übernahm sie seinBruder Ludwig III. der Ritter (f 1643); da auch der dritteBruder Johann Casimir bereits 1627 ohne Hinterlassung vonmännlichen Nachkommen gestorben war, folgte von 1643 bis1647 der jüngste Bruder, Graf Georg Albrecht I.
*) K. Morneweg, Reichsstandschaft der Grafen zu Erbach u. derenZugehörigkeit zum fränk. Grafenkollegium; hdschrftl. im Archiv z. E. i. 0.