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Die ländliche Verfassung der Grafschaft Erbach und der Herrschaft Breuberg im 18. Jahrhundert : ein Beitrag zur deutschen Rechts- und Wirtschaftsgeschichte / von German Killinger
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DIE HUBGÜTER.

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17. Jahrhundert stammenden Gültbücher und Heebregister, undauch für diejenigen, welche in der zweiten Hälfte des 17. Jahr-hunderts die zahlreichen im 30 jährigen Kriege vakant gewordenenHuben übernahmen, verstand es sich ganz von selbst, daß siein die Verpflichtungen eintraten, die von altersher am Bodenhafteten 1 ), und auch im Laufe des 18. Jahrhunderts änderte sichim allgemeinen nichts.

Die ständigen Zinsen und Gülten der Hubgüter bestandenin einigen Maltern Frucht, in Federvieh und soweit sich sehenließ, stets auch in Geld. Unter den Fruchtarten stand in ersterLinie der Hafer, der fast überall und in den meisten Dörfernder Ämter Fürstenau und Freienstein, häufig auch im AmteErbach allein entrichtet wurde; in den übrigen Dörfern desletzteren Amtes und in den andern Ämtern trat eine QuantitätKorn, an einigen Orten zu beiden auch Spelz hinzu. Das Feder-vieh bestand in einigen Faßnachthühnern, einigen Sommerhahnen,bisweilen auch in einem oder zwei Kapaunen. Der Geldbetragschwankte zwischen S U und etwa 2 l h fl. Die einzelnen Hubeneines Dorfes waren häufig ungleich belastet, je nachdem esbessere oder geringe Güter waren 2 * 4 ).

Die Lieferung erfolgte regelmäßig auf Martini auf Gefahr

*) vgl. Gothein, Bilder aus d. Kulturgesch. d. Pfalz, Bad. Neujahrsbl.1895 S. 15. Erb. Ldr. 363 f.

2 ) So stand z. B. auf einer Hube in Hiltersklingen: 2 fl. 18 alb.-i */a Jj Gült, 2 Malter 3 Simmer l 1 / 2 Molzer Hubhaber, 2 Faßnachthübner,

1 Sommerhahn, 2 Koppen. Laut Gültbuchs für d. A. Erbach v. 1611

hat in Elsbach X 2 Huben Guts, davon gibt er jährlichs zu rechter Beethu. Gült an Geld 1 '/ 2 fl. 11 alb. 5 , Habern 6 */* Malter Erb. Maas,

7 Faßn.-hühner, 3 Sommerh., sein Nachbar, der ebenfalls 2 Huben bat,

2 fl. 8 alb. 6 *}, Haber 6 '/a M. 1 Sr. u. 8 bzw. 4 Hühner. Von den27 Huben in Untermossau fielen insgesamt zur ständigen Gült 47 fl.22 Kr. 2 an Haber 78 M. 3 Sr., an Hühnern 103 Stück, an Hahnen 63. In Oberostern gab nach einem Zinsbuch v. 1538 jede Hube ,,7 alb.

4 S zu rechter Bede mit der kleinen Bede 1 M. Korn, 1 M. Haber Burck-

maß, 2 M. Haber Mainzer Maß, 3 Faßnachth. u. 2 Sommerh., fronen uffder Herrn Gnad. Auf der Weißenhube in Untersensbach mit 148/*Morgen lasteten 1 fl. 4 Bazzen 8/s -»f an Geld, 3 Malter Hafer Beer-felder Maaß, 2 Hühner, 2 Hahnen (1717).