DIE HÖFE.
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wurde, betrug der Durchschnittsertrag der letzten 4 — 5 Jahredoch nicht mehr als ca. SO Malter Korn, 50 Malter Hafer und8 Malter Heidekorn. Davon waren aber, da für das Gut 1 Hof-bauer mit 2 Knechten, 2 Mägden und 2 Hirten gehalten wordenmußte, als deren Lohn in Abrechnung zu bringen an Geld 101 fl.,Korn 26, Hafer 3, Gerste 1, Dünkel ß, Heidekorn 3 Malter,Erbsen 3 Simmer, ferner als Kosten für Anschaffung und Er-haltung von Wagen und Geschirr 30 fl., so daß also der Nutzengering war, zumal da nunmehr die Einnahmen des früherenDorfes: an Geld 25 fl. (ohne das Weidgeld 16 fl. 6 albus), alteHühner 30 1 h fl., Sommerhahnen 16 1 h fl., Hafer 22 Malter (ohneden Rauch- und Forsthafer) wegfielen. Trotz des Vorschlages(1708), den Ort -wieder mit 4—5 Hübnern zu besetzen, blieb auchspäter bei dichterer Bevölkerung das Hofgut bestehen.
Wenn dagegen das 1700 angelegte Hofgut Asselbronn 1706wieder mit Hübnern besetzt wurde, so geschah dies, wie es indem Kaufbriefe heißt, „in reiferer Erwägung Unseres anderwärtenmitfünvaltenden Interesse, fürnemblich aber uff abgezweckteWiederherstellung und Giebigmachung Unserer darauf herge-brachten ständigen und unständigen Civilgefällen, dann daßgedachter Hof dereinst in die publique praestationes imperiiwieder retabiliert und mit zwei frohnbaren Fuhruntertanen ver-mehrt und besetzt werden möchte“.
Da die 5 (alten) Hofgüter der Herrschaft Breuberg „fastgering“ rentierten, bezweckte man 1739 eine Verbesserung 1 ).Einziehung von Hubgütern durch die Kondominatherrschaftenließ sich nicht nachweisen.
Bei äußerlicher Betrachtung des geschilderten, für Süd-deutschland in diesem Umfange vorläufig einzig dastehendenVorganges im ganzen liegt ein Vergleich mit den Zuständendes deutschen Ostens nahe; wir werden jedoch später sehen,daß er, auch abgesehen von den im Verhältnisse zu den ost-elbischen Rittergütern geringen Umfange unsrer Hofgüter, ausinneren Gründen % durchaus von der Ausbildung einer Gutsherr-schaft im ostdeutschen Sinne verschieden ist.
') F. Breub. Meliorat. Spec.