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Die ländliche Verfassung der Grafschaft Erbach und der Herrschaft Breuberg im 18. Jahrhundert : ein Beitrag zur deutschen Rechts- und Wirtschaftsgeschichte / von German Killinger
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III. DIE GRUNDHERRSCHAFT .

Bauland demgebuzten Bauland als dem dauernd zu Feldbenutzten Teile der Hube gegenübergestellt 1 ).

Neben diesem privaten Güterwald stand der Allmendwaldder Gemeinden. Die Zahl der Gemeinden, welche keinen All-mendwald im 18. Jahrhundert mehr besaßen, war gering; dieAlmen, ursprünglich wohl nicht bedeutend, waren hier in Feldverwandelt, verteilt, verleimt oder veräußert.

Die Nutzung, welche sich unter forstpolizeilicher Aufsichtbewegte, erfolgte teils durch Holzverkauf, teils durch Ausgabeeines Losholzes für jedes Gemeindemitglied, teils dadurch, daßabwechselnd ein Teil des Waldes in Lose zerlegt den einzelnenGemeindsleuten zum Rödermachen gegen eine an die Gemeindezu erlegende Vergütung meist auf 2 Jahre überlassen wurde.Außerordentliche Ausgaben, die von der Gemeinde zu leistenwaren, wurden regelmäßig aus dem Erlös besonderer Holzhiebegedeckt. Daneben bestanden die Nutzungen desÄckerichs und derViehweide, des Streulaub- und Reisigholens; zum Laubsammelnund Reisigholen wurden auch die Beisassen precario zugelassen.

Bisweilen gab es Markwaldungen, welche mehreren Ge-meinden gehörten 2 ).

In erster Reihe sind hier die bereits an andrer Stelleberührten Zentmarken der drei Zenten Höchst, Kirchbrombach und König zu nennen; während an der Zentallmende derpfälzischen Zent Schriesheim die zwei erbachisch-vogteilichenGemeinden Ritschweiher und Kanzenbach als Mitmärker be-teiligt waren 3 ).

Eine größere Waldmarkgenossenschaft bildeten sodannbis in die 40 er Jahre des 19. Jahrhunderts die zu 3, früherzu 2 verschiedenen Zenten (ohne Zentallmenden) gehörigenOrte Vielbrunn, Kimbach, Momart , Weidengesäß, Eulbach.

') Ein Beispiel mit längerer Umtriebszeit bietet die oben S. 172 f.mitgeteilte Beschreibung des Wirtschaftsbetriebes auf einer solchen Hube.

! ) Eine größere Weidegenossenschaft (Kuppelweide) für Rind-,Schaf- und Schweinvieh bestand zwischen Hofstätten und 10 benach-barten Gemeinden (Gebiet der ehemal. Zent zur Eiche, Spessart ).

s ) Siehe S. 47.