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V. DIE FKOXE.V.
dienste wie die Baudienste ungemessen, außerdem etwa 804 Handfron-tage prästiert. Die letzteren, von welchen aut die Bürger von Beer-felden 3, auf Hübner 8, 6 oder 4, auf Einletzige und Beisassen 4 Tageentfielen, wurden von den Gammelsbachern und den sämtlichen Beisassendes Amtes auf den herrschaftlichen Wiesen in Gammelsbach im Heu-und Ohmedmachen, die übrigen 682 Tage auf den herrschaftlichen Höfenzu Erbach , Eulbach und Roßbach im Schneiden und Mähen prästiert,denn im Amte Freienstein selbst gab es nur sehr wenig Gelegenheit, siezu nutzen. Sodann hatte jeder Hübner 10 Klaffter Brennholz zu hauenund dem Amtmanne 1 Wagen Stangenholz oder 10 albus dafür zu prä-stieren ').
Viel günstiger lagen die Fronverhältnisse für die Untertanen desweit entfernten Amtes Wildenstein im Spessart . Besonders nach Ver-äußerung des Fleckens Kleinheubach (1721), wohin früher die Bau- undsonstigen Fronen hauptsächlich geleistet worden waren, gab es hier keinerechte Gelegenheit mehr, die Fronen mit Nutzen zu gebrauchen. In einzelnenJahren konnte es Vorkommen, daß ein Untertan mit einem Paar Ochsendurch den Transport von Scheidholz an den Main für die Herrschafteinen Wert von 3 bis 4 fl. bedeutete, viele Jahre aber nutzte er nichtsoder höchstens ‘/a fl. Einschließlich des Frongeldes von etwa 77 fl. undabzüglich des Wertes der Frongebühren repräsentierten 1733 die dortigenFronen insgesamt einen Wert von etwa 100 fl. 2 ).
Auch die Zent Keinsbach und die Vogteiorte Brensbach und Nieder-keinsbach befanden sich in sehr günstiger Lage. So wurden in jenervon je einem Viertel Guts 1 l /» fl-, je von 10 Vierteln 2 Wagenfahrtenoder für jede 1 fl. geleistet. Sodann wurden z. B. die Obergersprenzer 3 )als sog. Burgfröner jährlich 2 bis 3 mal zur Legung des Brennholzes undzur Ausstechung des Grases im Schloßhofe zu Fürstenau gebraucht, be-kamen für ihre schlechte Arbeit außer warmer Kost ein Fronbrod von2 albus und ‘/» Maß Bier, „welches gegen ihre Verrichtung keine Pro-portion hatte“, und waren im übrigen, von Jagddiensten abgesehen, frei.
In dem gräfl. Ingelheim- vogtei- und grundherrlichen Unterwürz-berg stand der Wert der jährlichen Fronen „samt dem Klaffter Holzhauen 1für jede der 10'/» Huben mit 8 fl. in Anschlag 4 ).
Die durch die Fronakkorde geschaffene Lage war demnachdie, daß neben dem Frongelde, welches einen der erheblichsten