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mufste Italien zum Papierzwangscurs greifen, der bis zumJahre 1881, also beinah während der ganzen Vertragsdauerin Kraft blieb. Frankreich folgte 1870. Griechenland ist erstim letzten Jahre zur Baarzahlung gekommen, aber nach einemkurzen Wonnemond so eben schon wieder zum Papier zurück-gekehrt.
Dennoch gaben diese Vertragsbrüche keinen Anlafs zuZerwürfnissen und neuen Mafsnahmen bis zum Jahre 1873.Ganz einfach, weil bis dahin das Silber nicht in sich ent-werthet war. Als Italien den Zwangscurs einführte, flofs, wieimmer in solchen Fällen, sein vollwerthiges Metallgeld inandere Länder ab und natürlich der Bequemlichkeit halber indie Vertragsländer, welche in Folge der proklamirten Gemein-schaft und des gemeinsamen Typus das leichteste und natür-lichste Abflufsbecken waren. Aber nehmen wir an, es hättekein Münzbund bestanden. Das Metallgeld wäre doch ausItalien heraus und nach anderen Ländern geflossen, und wennGewohnheit oder Gesetz erschwert hätten, es in Gestalt seineritalienischen Prägung im Umlauf des dritten Landes einzu-bürgern , nun, so wäre es in den Schmelztiegel gewandert undin Geld dieser Länder umgeprägt worden. Diesen letzterenwäre es auch gar nicht beigekommen, sich über diesen Vor-gang zu beschweren. Man hat noch nicht gehört, dafs inDeutschland oder England oder sonst wo eine Klage darübererhoben worden wäre, dafs das russische Gold in Folge derdort geltenden Notenwährung in diese anderen Länder abfliefst.Im Gegentheil, bei der Gunst, mit welcher das Vorurtheil derMasse (und wie hoch hinauf reicht nicht die Masse in volks-wirthschaftlichen Dingen!) aui das baare Metall als den ein-zigen Reichthum sieht, freut man sich vor Allem, wennEdelmetall einströmt, entsetzt man sich, wenn es weggeht.
Nicht also der Vertragsbruch, der unwillkürliche, welcherin der Ausgabe von Zwangspapier lag, hat diese Verletzungauch schadenbringend gemacht, sondern erst die zu dem Ver-tragsbruch hinzutretende effective Veränderung des zu Grundegelegten Werthverhältnisses. Erst als diese sich fühlbar machte,
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