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Die Schicksale des lateinischen Münzbundes : ein Beitrag zur Währungspolitik / von Ludwig Bamberger
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Gewinn der Ausprägung selbst haben. Der französischeFinanzminister bot ihr dagegen groi'smüthig an, dai's er ihrmit Vergnügen eine Portion Scheidemünzen Frankreichs zurVerfügung stellen würde.

Aber von allen Einzelfragen abgesehen, überliefs mansich keiner Täuschung darüber, dafs die Liquidationsclauselgleichbedeutend sei mit der Anerkennung der ausschliefs-lichen Gold Währung. Ganz mit Recht hatte Pirmez bei seinerVerteidigung gegen die Liquidationsclausel den Einwand er-hoben, dafs von dem Augenblick an, wo man in einen neuenContract förmlich die Vorschrift aufnehme, bei dessen Ablaufkönnten die Schulden des einen Staates gegen den andernnur in Gold beglichen werden, der lateinische Bund seinerwahren Bedeutung nach nicht mehr auf der Grundlage derDoppelwährung, sondern der ausschliefslichen Goldwährungruhe. Der italienische Delegirte Luzzati, neben Pirmez einerder wenigen Delegirten, welche die Materie vollständig be-herrschen und deshalb wohl im Stande, die Berechtigung deshier vorgebrachten Gedankens zu würdigen, fühlte sich ebendeshalb versucht, ihm wenigstens seine schärfste Spitze ab-zubrechen. Es sei zuzugeben, meinte er, dafs eine solcheUnion nicht mehr eine bimetallistische wäre; aber dieseTransformation datire auch nicht erst von heute, sondernvon dem Tage, an dem man die Silberausprägung ursprüng-lich eingeschränkt und dann eingestellt habe. Die gegen-wärtige Lage lasse sich kurz dahin zusammenfassen: DieGrundlage der lateinischen Union sei in Wirklichkeit derMonometallismus. Gold sei die Basis des Verkehrs, nachihm richten und regeln sich die Preise. Aber neben diesemGolde haben die Unionsstaaten auf Grund einer juristischenund wirtschaftlichen Fiction den Silberstücken einen aufihrer gegenseitigen internationalen Verbürgung beruhendenWerth zu geben.

Der französische Fiuanzminister Magnin suchte den Bel-giern begreiflich zu machen, wie sehr sie gegen ihr eigenes