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Die Schicksale des lateinischen Münzbundes : ein Beitrag zur Währungspolitik / von Ludwig Bamberger
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Interesse handelten, wenn sie die Liquidationsclausel vonsich wiesen. Je greiser die von ihnen geprägte QuantitätSilber sei, desto mehr Grund hätten sie, ihm die Garantiezu geben, welche in dieser Clausel liege. Mit ihr versehen,gewönne dasselbe an Ansehen, mithin an Werth; falle sieaber weg, so würden die belgischen Thaler nothwendig inMifscredit und Entwerthung gerathen, weil man alsdannnicht mehr wisse, an wen sich wenden, um ihreEinlösung in Gold zu erhalten.

Der italienische Delegirte, sich dieser Betrachtung an-schliefsend, motivirte die Notwendigkeit einer solchen Garantiemit der Erwägung, dafs man zwar im Jahre 1878 dieselbenoch nicht vereinbart habe, denn damals hätte man nochVertrauen in eine Rehabilitation des Silbers gehabt. Welchesaber sei heute die Lage? Die Hoffnungen auf eine Rückkehrzum Bimetallismus seien, wenn auch nicht ganz verschwunden,doch sehr stark gesunken. Deswegen müsse man das Publi-kum beruhigen, indem man ihm den Beweis gebe, dafs fürdie Staaten der Union das Fünffrankenstück wirklich noch5 Franken bedeute, und der beste Beweis liege eben in derVerpflichtung, dasselbe bei Ablauf des Vertrags zu seinemNominalwerth (d. h. in Gold ä \5 , / 2 ) zurückzunehmen.

Auch ein anderer französischer Delegirter schlofs sichdiesem Gedankengang genau an, indem er ausführte: dafs,mit solcher Garantie versehen, die Silberthaler innerhalb derUnion genau wie Banknoten circuliren würden, auf das Ver-trauen ihrer endlichen Einlösung, von der sie ihren Werthherleiteten.

Nach solchen Bekenntnissen darf man wohl als uner-schütterliche Thatsache hinstellen, dafs in den Augen seinertreusten Anhänger, ja der zu seiner Rettung Vereinigten, dasSilber seine Zahlkraft als Metall verloren hat, und was manauch sonst von Cernuschi's Deductionen halten möge, manmufs ihm rückhaltlos beipflichten, wenn er verkündet: dieSilberthaler sind nur noch Assignate, Anweisungen auf eine