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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
85
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Einleitung.

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male, als solche. Wir erkennen also Dinge nurdurch Merkmale; und das heißt eben Erkennen,welches von Kennen herkommt.

Ein Merkmal ist dasjenige an eine«Dinge, was einen Theil der Erkenntnißdesselben ausmacht; oder welches dasselbeist eine Partialvorstellung, so fern sieals Erkenntnißgrund der ganzen Vorstel-lung betrachtet wird. Alle unsre Begriffesind demnach Merkmale und alles Denken ist nichtsanders als ein Vorstellen durch Merkmale.

Ein jedes Merkmal laßt sich von zwey Seitenbetrachten:

Erstlich, als Vorstellung an sich selbst;

Zweytens, als gehörig wie ein Theilbegriffju der ganzen Vorstellung eines Dinges und dadurchals Erkenntnißgrund dieses Dinges selbst.

Alle Merkmale, als Erkenntnißgrünbe betrachtet,sind von zwiefachem Gebrauche, entweder eineminnerlichen oder einem äußerlichen. Der inne-re Gebrauch besteht in der Ableitung, um durchMerkmale als ihre Crkenntnißgründe, die Sache selbstzu erkennen. Der äußere Gebrauch besteht in derVergleichung, sofern wir durch Merkmale einDing mit andern nach den Regel» der Identitätoder Diversität vergleichen können.

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