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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
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159
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Zweyter Abschnitt. Von den Urtheilen. 159

z.. Allgemeine Regeln sind entweder analytisch odersynthetisch allgemein. Jene abstrahireN vonden Verschiedenheiten; diese attendiren ans die Un»tecschicde und bestimmen folglich doch auch in An-sehung ihrer. Je einfacher ei» Object gedachtwird, desto eher ist analytische Allgemeinheit zufolgeeines Begriffs möglich.

4. Wenn allgemeine Satze, ohne sie in concrsrc» zn ken-nen, in ihrer Allgemeinheit nicht können eingesehenwerden, so können sie nicht zur Richtschnur dienenund also nicht hevristisch in der Anwendung gel-ten, sondern fiüd nur Aufgaben zu Untersuchung derallgemeinen Gründe zu dem, was in besondern Fal»lcn zuerst bekannt worden. Der Satz zum Beyspiel:Wer kein Interesse hat zu lügen unddie Wahrheit weiß, der spricht Wahr-hei't dieser Satz ist in seiner Allgemeinheitnicht einzusehen , weil wir die Einschränkung auf dieBedingung des Unintercssirten nur durch Erfahrungkennen,- ncmlich daß Menschen aus Interesse lügenkönnen, welches daher kommt, daß sie nicht fest allder Moralität hangen. Eine Beobachtung, die unödie Schwäche der menschlichen Natur kennen lehrt.

5. Von den besondern Urtheilen ist zn merken, daß,wenn sie durch die Vernunft sotten können ciugc-sehen werden und also eine rationale, nicht blos in-Mectuale (abstrahirte) Form haben: so muß das

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