Zweyter Abschnitt. Von den Urtheilen. i6l
Anmerk. i. Das unendliche Urtheil zeigt nicht bloßan, daß ein Subject unter der Sphäre eines Prä-dikats nicht enthalten sey, sondern daß es außer dsrSphäre desselben in der unendlichen Sphäre irgend-wo liege; folglich stellt dieses Urtheil die Sphäre dcSPrädikats als beschrankt vor. —
Alles Mögliche ist entweder ^ oder noa ^. Sageich also: etwas ist non ^, z. V. die menschlicheSeele ist nicht.sterblich — Einige Menschensind Nichtgelehrte u. dgl. m. — so ist dies ein un-endliches Urlheil. Denn es wird durch dasselbeüber die endliche Sphäre ^ hinaus nicht bestimmt,unter wclchenVegriff das Object gehöre,- sondernlediglich, daß es in die Sphäre außer ^ gehöre,welches eigentlich gar keine Sphäre ist, sondern nurdie A »grenz un g einer Sphäre an das Un-endliche oder die Begrenzung selbst. —Obgleich nun die Ausschließung eine Negation ist:so ist doch die Beschränkung eines Begriffs eine post.tive Handlung. Daher sind Grenzen positive Be,griffe beschrankter Gegenstande.
s. Nach dem Principium der Ausschließung jedes Drit-ren (excluii lettii) ist die Sphäre eines Begriffs re-lativ auf eine andre entweder ausschließend oder ein-schließend. — Da nun die Logik bloß mit der Formdes Urtheils, nicht mit den Begriffen ihrem Inhaltenach, es zu thun hat: so ist die Unterscheidung derL »nend«