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Ulrich von Hutten
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edeln Hütten nicht! Der große, edele Hütten hatganz andere Weiber besessen wie Euch, und kann sienoch besitzen; Weiber von gottlicher Gestalt, gegen dieIhr nur ein armseliges Lärvchen seid; denen Himmelund Hölle aus den Augen leuchten, die aus gleichemStoss geschaffen wie er, aus Feuer und Flammen!(faßt Bertha am Handgelenk:) Mach Dir keine tollen Hoff-nungen, thörichtes Kind! Der Hntten ist nicht derMann, vom Gaul auf den Esel zu kommen!

Zertha (sucht sich dem eisernen Druck von MargarethensHand zu entwinden:) Laßt mich! Ihr thut mir weh!

Margarethe (dämonisch:) Du nichtige Fratze! Duwillst den' Flammengeist an Dich fesseln?! Die Flügelwirst Du Dir an ihm verbrennen! Betrügen wird erDich! Versübren, wie hundert andere! (hohnlachend:)Du ihn besitzen?! Ha ha! Du und er!(wild, die weinende Bertha von sich stoßend:) Ich zertreteDich, Du Wurm! (Bertha stürzt zu Boden.)

Hultrn (tritt auf; auf Margarethe zustürzend:) Halt ein!

Was thust Du?!

Margarethe (erschrickt! wendet sich um: gesaßt:) Daister ja. Dein Liebster! (spottend:) Klage ihm DeinLeid, armes Mädchen.

Hütten (hilft Berthn aus:) Bist Du verletzt, Bertha?

Sag, was har sie mit Dir gehabt?

Hertha (hängt sich weinend an Hütten:) Sie hat michso erschreckt!

Margarethe: Jetzt gehst Du mir nicht mehr feigeaus dem Wege, wie in Worms ! Ich verlange Autwortvon Dir. Hast Du am Morgen nach dem Feste beimKaiser meinen Brief erhalten?

Hütten: Ja! Und ungelesen zerrissen! Bertha.laß mich mit ihr allein! Sie wird Dir noch mehrweh thun! (Bertha will gehen.)

Margarethe (hält Bertha zurück:) Nein! Bleibe nur.Du unschuldig Frätzchen! Du sollst alles hören! (Berthageht weiter. Margarethe packt sie am Arm:) Bleiben sollst Du!