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Mensch; denn in Dir allein ist göttlicher Geist, UndDu hast mich verachtet! Von Dir verachtet war ichmir von allen verachtet, und in trotziger Verzweiflungthat ich, was mir Verachtung verdiente. Der Teufelin mir hatte falsch gerechnet. Es gab eine Menschen-seele außer Dir, die hatte ich vergessen: Ich selber.Vor mir war ich rein, und jetzt —! — Könnt ichmeine Seele von mir spucken, wie ein schlechtes Gift!
— Zertreten —! Vernichten — !--Unaufhaltsam
treibt'S dem fürchterlichen Ende entgegen! (drohend:)Zittere vor meiner Rache! Dich reiße ich mit in dasbodenlose Verderben!
Hnttcn (mncluig ergriffen:) Margarethe, ich habe ge-fehlt. — Ausrichte», stützen hätte ich Dich sollen! —Kannst Du mir verzeihen?
Margarethe (ihren Ohren nicht tränend:) Dir —
verzeihen?!
Hütten: Alles will ich gut macheu — alles — alles —so viel ich's kann!
Margarethe (kunm ihrer Sinne mächtig.) Alles —gut! — Du — mein! (wankt ans ihn zu nnd will ihncm sich reißen.)
Hntten (tödlich erschrocken:) Weib! — Schande UMSchande?! (stößt sie von sich.)
Margarethe (taumelt zurück und starrt ihn an; verstehtihn; mächtig stöhnend:) So war's gemeint?! — Ha — ha
— ha — ha!
Hütten (halblaut: schmerzlich:) Unrettbar verloren!
Margarethe (stürmt plötzlich wild auf ihn los, packt ihn
au dem Handgelenk:) Auf die Knie vor mir! Auf dieKnien! — Flehe um Erbarmen! Bete mich au, wieeine Heilige! — (wütend:) Ich vernichte Dich!
Hütten (kalt:) Ich fürchte Dich nicht. — (blickt inihre verzerrten Züge; erschrocken:) Weib! Wahnsinnig?!
Margarethe: Du fürchtest mich nicht?! (zieht einen
Dolch.) Noch nicht?! — (rasend.) Auf die Kniee!--
Jetzt könnt' ich Dich töten, aber ich will nicht.--
(Der Thurmwächter bläst.)