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Hütten (macht sich von ihrem Griffe frei:) Den Dolch
von Dir!
Margarethe: Ich töte Dich nicht. Ich ver-nichte Dich! — Zittere, Schurke! — Ich kenne Deinegroßen Pläne, ich weiß, daß sie die Luft Deines Lebenssind. Sie sollen scheitern und Du ersticken!
Hütten (mit überlegenem Mitleid:) Spare Deine Kraft!Hier bin ich unverletzlich. Ich bin ein Werkzeugdes Weltgeistes zur Erfüllung seiner großen Ge-danken, unverletzlich und heilig! —
(Stimme» hinter der Szene.)
Hntten: Das ist Sickingen! (ab.,
Margarethe (schaut ihm nach; höhnend:) Werkzeugdes Weltgeistes! — Wenn der Weltgeist einen Hammer
zerbricht, kauft er sich einen anderen!--Die Wurzeln
Deines Lebens reiße ich aus! — Verdorren sollst Du,und mich — verfluchen!
(Sie sinkt müde nuf einen Sitz am Kamin.)
(Sickingen, Kollern, Bergen, Hütten, Bert ha, zweiRatsherrn aus Trier und Friede! treten aus. Sickingennnd Zollern in voller Rüstung.
Sickingen: Grüß' Euch Gott iu meinem Eulennest!— Ihr seid heute Abend hier angekommen? Beidiesem Sturm?
Lergen: Ihr habt mich gerufen.
Sickingen: Ja — ja! — Zum letzten Wort vor derThat! (zn den Ratsherren:, Ihr Herren müßt entschul-digen, wenn ich Euch etwas unsanft angefaßt. SeidBürge, daß Euer gnädigster Herr Churfürst seiuenVerbindlichkeiten gegen mich nachkommt, und Ihrseid frei!
(Die beiden Ratsherren sprechen heimlich mit einander.)
Sickingen: Wollt Ihr Euch verbürgen? — EuerManneswort: — Schlagt ein!
1. Katsherr: Wir verbürgen uus. (Beide reichen
Sickingen die Hand.
F. Erich Helf, Ulrich von HutK'n. 4