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Ulrich von Hutten
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Sickilignn Jetzt, seid Ihr frei! Für heute Nachtmögt Ihr unsere Gastfreundschaft genießen! Friede!,führe sie in ihre Kammer!

(Friedet mit den sich verbeugenden Ratsherrn ab.)

Sickingrin Kommt, Zollern! Wir wollen'S unsleicht machen! (schlägt mit der Faust auf seinen Panzer:)Wir waren lang' genug in Eisen! lab mit Zollern.)

(Margarethe steht am Kamin, Bertha im Vordergrund, Mar-garethen von Zeit zu Zeit scheu betrachtend. Hütten hat einenKrug Wein und Humpen auS dem Schranke geholt und setzt sichmit Bergen an den Tisch. Sie trinken.)

Bergen (halblaut:) Sickingen hat einen Fang gethan.Mir dünkt, ich kenne die Herren.

HllttNI (absichtlich laut, halb zu Bergen, halb zu Mar-

garethe l) Trierer Ratsherrn! Endlich soll mit demgroßen Werke begonnen werden! Zwei elsässer Ritterhatten gerechte Forderungen an Trier . Sickingen kauftesie ihnen ab. Der Churfürst von Trier wollte natür-lich von den Forderungen nichts wissen. Er gab Sickingennicht einmal Antwort. Da erfuhren wir, daß zwei an-gesehene Trierer Ratsherren, von denen einer des Weih-bischofs Vater ist, auf der Reise von Worms nach Trier sind. Sickingen verlegt ihnen den Weg, fängt sie auf.Das gibt Fehde mit Trier . Denn der Churfürst wirdsich weigern, die Bürgschaft, welche die zwei übernommen,anzuerkennen.

Bergen' Habt ihr euch mit den andern Ritternschon besprochen?

Hutteiu Alle waren schon hier. Du allein hastgefehlt. Wir schickten einen Boten auf Deine Burgnach Franken und erfuhren dort, daß Tu am Hof zuTrier weilst. Vorgestern sind die andern wiederabgereist.

Bergen: Und habt ihr euch verständigt?

Hütten: In vier Wochen, genau in der Nacht aufden zweiten Sonntag im September erscheint Sickingenmit einem Heerhaufen vor Trier . Er hat unter der