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Ulrich von Hutten
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Nrich von Hütte» (tritt auf; Er lehnt sich an die Lind-und schaut lange nach der Stadt.)

Habe ich mich eingedrängt in die Rechte der West-entwickelung? Habe ich mich vermessen, sie in fremde,unnatürliche Geleise zu zwingen? Ich hielt michberufen, der Weltentwickelung zu dienen, ihr den Wegzu bahnen, den sie gehen mnß. War das Ver-messenheit? --

Und war's Vermessenheit, mein Wille warnicht meine Wahl. Es zwang mich alles in denWeg, den ich geschritten; hätt' ich einen andern gehenwollen, ich hätte es nicht vermocht. Es gibt kein Einzel-wesen in der Welt, das ledig auf sich selber steht. Wirsind alle Fäden an dem großen Webstuhl, die sich be-wegen und sich drum lebendig dünken; alle tanzen wirin einer Hand und folgen einem Willen. KeinMensch thut, was er will, nur was er muß; undprahlend nennt er sein Müssen seinen Willen.

Und habe ich nur gethan, was ich gemußt, so hatmein Thun auch einen großen Zweck. Der großeWebermeister spielt nicht mit seiltenFäden.

(Sickingen, Friedel, Robert und Franz kommen.)

Sickingen: Wen von Euch dreien soll ich schicken?>N l Friedet: >U Kotiert: ^ Mich!^^Fraiy. j

Sickingen: Nur einer kann gehen. Ich kann Euchnicht alle Drei entbehren. Es ist ein gefährlicherWeg, mitten durch die Pfiilzer.

Friede! - Dann laßt mich gehen. Ihr habt mirdas Leben gerettet. Ich will die Schuld abzahlen.

Franz: Laßt mich gehen, Herr!

Aovert: Nein, mich! Ich bin der geriebenste,komm' am ehesten ungeschoren durch!

-Sickingen: Du, Friedel, bleibst. Dein Arm hatnoch Schonung nötig.