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darf nicht sterben! Erst die ganze Hölle über mich!(sinkt auf einen Stuhl; matt:) Ich habe mich an mir ver-sündigt. Ich bin verflucht!
ZolltNl (betrachtet Hnttcn tief mitleidig:) Hütten! —
(Hutteu blickt langsam auf:) — Wir waren gute Freundeeinst, in der Jugend, in der Zeit unserer Hoffnung,Die Enttäuschung ist gekommen. Soll sie unsscheiden? — — Was Dich drückt ist mehr als dasScheitern Deiner Pläne, — Sprich frei zn mir ivieehedem!
HuttlN (hat sich erhoben und Zollerns Hand gefaßt. Nacheiner Pause des inneren Kampfes; dumpf:1 Wohlan! Freiwie ehedem! — (Pause, Hütten macht einige Ansätze zum
Sprechen:) — — Zollern, einen Becher Wein! — —
JolltNl (nimmt von der Wand zwei Becher und einenKrug; er schenkt ein:) Du hast mich so erschreckt, daß ichmeiner Pflichten vergaß, — Wohl bekomm's! (trinkt.)
HlltttN (thut einen großen Zug; Pause:) Gedenkst Dudes Anfangs unserer Verschwörung?
Zollern; Verschwörung?!
Hütten: Die Welt wird es Verschwörung nennen.— Wir Ritter saßen zusammen auf der Ebernburg und besprachen uns über das große Unternehmen. Daverlangte Sickingen, Plan und Vorbereitungen solltengeheim gehalten werden bis zur Stunde der Ausführung.Ahnungslos sollten wir die Fürsten überfallen, umunsres Sieges sicher zu sein. Mir schnitt es in dieSeele, daß unsere gnte Sache mit List siegen sollte. —Ha! Wie fest vertraute ich auf unsern Sieg! — Ihrstimmtet Sickingen bei. Ich fügte mich und versprachSchweigen. — —
(gebrochen:) Ich habe nicht Wort gehalten.
(Lange Pause.)
Hntten: Ich habe ein Weib geliebt, übermäßig;uud meine übermäßige Liebe trieb sie in die Armeeines anderen. — Glaub' nicht, daß sie dem leichtenHütten war, was so viele —! Sie war mir heilig. —