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Und ich habe das Heiligtum entweiht. — (Pause; ganzleise:) Margarethe — von Bergen !
Zollen« (erschreckn) Frau von Bergen?! Daswilde Weih! — Ihr hast Du uns verraten?
Hllttril .nach einer Panse ruhig fortfahrend:) Zur Dirnehabe ich die Arme gemacht, und habe sie verdammt —von mir gestoßen wie die Pest; ich, der ich tausendmalverworfener war als sie! — Ich habe sie hohnlachendzertreten, und sie hat mir Rache geschworen; treffenwollte sie mich, wo ich zu vernichten war; und sie kanntemeine Seele. In wahnsinnig vermessener Verblendunggab ich ihr die Waffe, mich zu verderben. Sie solltesehen, daß ich sie nicht fürchtete. — Bergen war da-mals mit ihr nach der Ebernburg gekommen; Dnwarst auch zugegen. Mit Sickingen hattest Du dietrierer Ratsherren gefangen. — Ich war allein mit ihrund Bergen. Bergen fragte, wie weit unsere Sachegediehen. Ich sah, wie Margarethe lauerte. Absicht-lich mit lauter Stimme, erzählte ich unsern Plan bisin alle Einzelheiten. Jedes Wort hat sie verstanden,
und jedes Wort verraten.--Das Weib ist gerächt.
Die Wurzeln meines Lebens sind ausgerissen, meinVaterland trägt wieder Ketten — für Jahrhunderte —
— durch meine Schuld.
Jolltl'N (nach einer Panse: mit erzwungener Ruhe:)Freund, martere Dich nicht! — Du hast gefehlt. DochDein Fehler treibe Dich nicht zur Verzweiflung! Er seiDir ein Sporn zum Guten! Versuche, ihn wett zumachen! — Was Dir jetzt mißlungen ist, gelingt Dirvielleicht beim zweiten Wagen.
HntttN (bitter:) Zu spät! — Zu spät! — MeiueKraft ist erschöpft bis zur Neige. Ich habe sie aufge-zehrt — früher in zügelloser Ausschweifung, dann imDienste meines großen Gedankens. — Jetzt ist's aus!
— Ich fühle, wie nur das Mark in den Knochen dorrtund zusaii'menschrumpft. — Und hätte ich meine Kraftnoch, — wahrlich, ich würde das Werk nicht zum zweitenMale versuchen!