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Lichtüberswsscn glänzet der SeeLanschel des Schilfes träninendem i.'iede,Galden unisliesit der Berge Hbh'Stiller ?lbcndfriedc:Die Smmc lvill verscheiden.
i ^wingli ist mi daS Fenster der Hütte getreten. Er hat iemandemdrinnen ein Zeichen gegeben.)
HlUIö Schlltytl >trilt an» der Hülle:) Grüß Ellch Gott !
Zwingli : Grüß Gott^ Hans! — Er schiäst?
SchiitM - Er schläft seit ein Mir Stunde».
?wilU'ln Schlas taugt ihm.
Schnegg (bewegt:) Es geht mit ihm zu Ende. Des-halb ließ ich Euch rufeil. — Er hat mir gestern »ndhellte viel erzählt — — —; er fühlt selber, daß ernicht mehr lange Zeit hat; und er wollte Ench nacheinmal sehen vor seinem Ende.
Iwiligli: Er hat eine starke Mtur. Die bärtestenSchläge des Schicksals hat er überstanden, und jetzt,beim Ausruhen sollte er sterben?
Schnrgg: Habt Ihr nicht gemerkt, jedesmal mannIhr herübergekommen seid, daß er kränker und blasserwar? — (traurig:) Das ist ein schleichendes Absterben,vor dem es keine Rettung gibt.
Zwinglii Hat er immer noch so eifrig geschriebenin der letzten Zeit?
SchniM: Ja; bis heute morgen. Da legte er dieFeder aus der Hand nnd sagte: „Das ist mein Testa-ment! Jetzt ist'S beendet nnd ich kaun rnhig sterben."— Und das sagte er so lebensmüd und traurig, daßmir die Thränen in die Augen traten; und ich sagte:„Sprecht nicht davon! So Gott will, lebt Ihr nochlange." Da meinte er: „Gott will'S nicht! — Ich binfertig mit dem Leben." — — — Ich habe ihn liebgewonnen. Es wird mir schwer werden, ohne ihn zu sein.
Zwingli (lranrig:) Er hat sich selbst verzehrt, wieein Fener.
(Unter die Thüre der Hütte ist Hütten getreten, ganz bleichund abgemagert. Sein nnstätcS, slackerndcs Wesen ist einerruhigen Verklärung gewichen.)