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Vom Menschen : Versuch einer geistwissenschaftlichen Anthropologie / Werner Sombart
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zaubernde und rührende Schöne, die Franzosen das lachende und reizendeSchöne; die Spanier das Schreckhaft-Erhabene, die Engländer das Edel-, dieDeutschen das Prächtig-Erhabene. Der Spanier ist ernsthaft, verschwiegen undwahrhaft; der Franzose ist artig, höflich und gefällig. Die Empfindung für dieEhre ist: am Franzosen Eitelkeit, am Spanier Hochmut, am EngländerStolz, am Deutschen Hoffahrt, am Holländer Aufgeblasenheit.

Die Franzosen sind höflich, leichtsinnig, veränderlich, freiheitsliebend. DieEngländer sind beharrlich, wohltätig, gewinnsüchtig, stolz und ungesellig. DieSpanier sind mäßig, stolz, religiös, gravitätisch, unwissend, grausam und faul.Die Italiener sind frohsinnig, fest, affektvoll und meuchelmörderisch. Die Deut-schen endlich sind häuslich, ehrlich, beständig, phlegmatisch, fleißig, bescheiden,ausdauernd, gastfrei, gelehrt, nachahmend und titelsüchtig.

Frankreich ist das Modenland, England das Land der Launen, Spanien dasAhnenland, Italien das Prachtland, Deutschland (samt Dänemark und Schweden )das Titelland, Polen das Herrenland.

In der Liebe haben der Deutsche und der Engländer einen ziemlich gutenMagen, etwas fein von Empfindung, mehr aber von gesundem und derben Ge-schmack; der Italiener ist grüblerisch in diesem Punkt; der Spanier phantastisch;der Franzose vernascht.

Das Genie scheint..., nach der Verschiedenheit des Nationalschlages und desBodens, dem es angeboren ist, verschiedene ursprüngliche Keime in sich zuhaben und sie verschiedentlich zu entwickeln. Es schlägt bei den Deutschen mehr in die Wurzel, bei den Italienern in die Krone, bei den Franzosenin die Blüte, und bei den Engländern in die Frucht.

Bei H. de Balzac (in denIllusions perdues ) finden wir folgende lehr-reiche Betrachtung:LEspagnol est genereux, comme lItalien est empoisonneuret jaloux, comme le Francais est leger, comme lAllemand est franc, comme leJuif est ignoble, comme lAnglais est noble.

Renversez ces propositions, vous arriverez au vrai.

Les j u i f s ont accaparö lor, ils ecriventRobert le Diable, ils jouentPhödre, ils chantentGuillaume Teil, ils commandent des tableaux, ils öleventdes palais, ils öcrivent lesReisebilder et dadmirables poesies, ils sont pluspuissants que jamais, leur religion est acceptöe, enfin ils font credit au papel

En Allemagne, pour les moindres choses, on demande ä un ötranger:,Avez-vous un contrat? tant on y fait de chicanes.

En France, on applaudit depuis cinquante ans ä la scöne des stupiditösnationales, on continue ä porter dinexplicables chapeaux, et le gouvernement nechange quä la condition detre toujours le möme!...

LA ngleterre deploie ä la face du monde des perfidies dont Thorreur nepeut se comparer quä son avidite.

LEspagnol , apres avoir eu lor des deux Indes, na plus rien.

II ny a pas de pays du monde il y ait moins dempoisonnements quen11 a 1 i e et les moeurs soient plus faciles et plus courtoises ...

In TolstoisKrieg und Frieden lesen wir:Der Franzose ist selbst-sicher, weil er seine Person, geistig wie körperlich für unwiderstehlich be-zaubernd Männern wie Frauen gegenüber hält; der Engländer, weil er Bürgerdes besteingerichteten Staates ist, und daher, als Engländer, stets weiß, was erzu tun hat und daß alles, was er tut, zweifellos gut ist; der Italiener, weil er