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lange de plusieurs races: la race des envahisseurs... la race en-vahie ...“ (ib.)
Weniger bekannt als sein Bruder Augustin ist Amadee Thierry, deraber für die Geistgeschichte vielleicht eine größere Bedeutung besitzt.
Nicht sowohl wegen des Inhalts seines Werkes selbst. Dieses: die Histoiredes Gaulois, 3 Yolumes, Paris 1828, trägt ein sehr ähnliches Gepräge wiedie Werke seines Bruders. Er nennt es „une biographie qui a pour hörosun de ces personnages collectifs appeles peuples, dont se compose la grandefamille humaine“ und meint: „La question ä examiner est celle-ci: a-t-ilexiste une famille gauloise distincte des autres familles humaines del’occident et etait-elle partagöe en deux races? ...“
Aber was dem Buche seine Bedeutung verleihen sollte, war der Umstand,daß es einem bekannten Naturforscher, dem Franzosen W. F. Edwards,den Anlaß bot, den naturwissenschaftlichen Kassegedanken erstmalig fürdie Erörterung menschheitsgeschichtlicher Probleme nutzbar zu machen.Das war etwas Neues. Zwar hatte man den Rassegedanken schon politisch:auszubeuten gewußt, indem man mit seiner Hilfe die Minderwertigkeit derNeger und damit ihre Eignung zur Sklaverei zu beweisen unternommenhatte. Aber für wissenschaftliche Zwecke hatte man ihn im Bereiche derMenschheitsforschung noch nicht verwandt. Bekannt ist die ablehnendeHaltung, die Herder dem „unedlen Wort“ Rasse gegenüber einnahm.Aber auch diejenigen Schriftsteller, die die verschiedenen Völker in realisti-scher Weise behandelten, blieben ohne jedes Verständnis für die Möglich-keit, in den Völkern zoologische Varietäten zu erblicken. So die Männer,die das Franco-gallische Problem erörterten, in denen man sehr zu Unrechtdie ersten rassistisch eingestellten Historiker erblickt hat. So aber auch diefranzösischen Historiker der Restaurationszeit, wie die Gebrüder T h i e r r y.Diese sprechen zwar sehr häufig von „races“, meinen aber immer„Völker“, peuples.
Das sollte sich nun ändern mit dem Auftreten des genannten Rassen-forschers Edwards, der im Jahre 1829 an Amadöe Thierry einen Briefschrieb, in dem er sich anheischig macht, die Ergebnisse, zu denen Thierrygelangt war, bezüglich der Unterscheidung und Einteilung der verschie-denen Völkerschaften, in Übereinstimmung zu bringen mit seinen anatomi-schen Studien an diesen Völkerschaften. Dieser Brief des M. Edwards istdie Geburtsurkunde des Rassismus und verdient deshalb unsere'besondere Aufmerksamkeit. Sein Titel lautet: „Des, caractöres physiologi-ques des races humaines consideres dans leurs rapports avec Phistoire..Lettre ä M. Amadee Thierry, Auteur de l’Histoire des Gaulois. Paris 1829.“Das Bestreben des Verfassers ist: „etablir des rapports entre la Physiologie