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Vom Menschen : Versuch einer geistwissenschaftlichen Anthropologie / Werner Sombart
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88) über Thomas Abbts Schriften, 1768, WW. ed. Suphan 2, 269.

89) Die Stelle ist dem leider ganz verschollenen Buch von Bogumil Goltz ,Zur Physiognomie und Charakteristik des Volks, 1859, S. 4, entnommen. DieSchriften Gs. sind noch heute sehr lesenswert und verdienen nicht die Vergessen-heit, in die sie geraten sind. G. verdient dieselbe Beachtung wie sein ZeitgenosseRiehl.

90) Am 1. April 1895 zu einer Abordnung von 600 Lehrern höherer Schulengesprochen.; in Phil. Stein, Bismarck-Brevier, 1904, Seite 145.

91 ) Vgl. meinen Deutschen Sozialismus, Seite 185ff.

® 2 ) Karl Vossler, Frankreichs Literatur im Spiegel seiner Sprachenent-wicklung, 1921, 30 ff. Vgl. von demselben : Geist und Kultur in derSprache, 1925.

® 3 ) Max H. Böhm , Eigenständiges Volk, Seite 14.

94) Hans Freyer , Gemeinschaft und Volk in: Philosophie der Gemein-schaft; herausgegeben von F. Krüger, 1929, Seite 16 f.

95) Siehe die Referate und Verhandlungen auf dem VII. Deutschen Soziologen-tag, 1930, und jetzt vor allein das gehaltvolle Sammelwerk: Der deutsche Volks-charakter. Eine Wesenskunde der deutschen Volksstämme und Volksschläge, her-ausgegeben von Martin Wähler , 1937, und die dortselbst angeführte, reicheLiteratur. Der Herausgeber leitet das Werk mit einem wertvollen Aufsatze ein,der den Titel führt: Deutsche Volks- und Stammescharakterologie. Ihre Möglich-keiten und Grenzen. Vgl. auch das 23. Kapitel dieses Buches.

90) In demjenigen Sinne, in dem ich im Text den Begriff Masse fasse, ist erkaum jemals Gegenstand der Literatur außer in meinen eigenen Büchern ge-wesen. Der übliche Gebrauch des Wortes Masse dient zur Bezeichnung einesanderen Begriffes, den ich mit dem Worte Menge benenne. Siehe darüber diereiche Literatur in Anm. 97.

97 ) Die umfangreiche Literatur über das im Text behandelte ProblemderMassenpsychologie weist zwei Übelstände auf. Der erste ist der,daß in zahlreichen Schriften zwei Probleme miteinander verknüpft werden, diescharf zu sondern sind: die Frage nach der Kollektivbedingtheit menschlichenVerhaltens einerseits und die nach der Artbeschaffenheit einer Gruppe, die manmit der Bezeichnung Masse, folla, foule bezeichnen möchte, andererseits. Gleichder Start der neuen Disziplin war schlecht; denn schon in dem Buche vonSighele, das die neuere Literaturbewegung einleitet, ist der Versuch unter-nommen, das Verhalten einer bestimmt gearteten Gruppe von Menschen zu unter-suchen, eben derFolla , die definiert wird alsun aggregato di uomini pereccellenza eterogeneo ... e per eccellenza inorganico. Scipio Sighele , Lafolla delinquente, 1892 ; 2. ed. 1895 (p. 19); deutsch von Hans Kurella , 1897.

Verhältnismäßig frei von diesem Fehler verhielt sich Gustave Le Bon , denwir als den eigentlichen Begründer der uns angehenden Lehre anzusehen haben.Sein Hauptwerk nennt sichPsychologie des foules und ist 1895 erschienen, oftaufgelegt (1925 : 31. ed.) und 1908 von R. Eisler ins Deutsche übersetzt.

Von den Späteren gehen die meisten fehl, indem sie sich nach dem Mustervon Sighele um die Aufstellung eines Begriffs der Masse als einer beson-ders gearteten Menschengruppe mühen. Dabei mögen sie zu beachtlichen soziolo-