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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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II. Die Sturm- und Drangjahre von 18481850

bis in den Nachmittag hinein; dann war die ruhmlose Expedition vorüber.Die Wegnahme einer vom Feinde gar nicht verteidigten Stellung hattedie Reichstruppen außer den beiden Kanonen einen mehr als doppelt sohohen Verlust nämlich 18 Offiziere 178 Mann gekostet wie denFeind, der überhaupt nur 3 Bataillone gegen die beiden Brigaden insFeuer gebracht hatte.

Die Düppeler Höhen sollten nun deutscherseits verschanzt werden. DasGeschütz dazu lieferte die erbeutete Gefion, die, auf einer Seite desarmiert,zum Hafenschutz in Eckernförde liegen blieb. Ihre Flagge wagte mannicht der holsteinischen Statthalterschaft zu übergeben,der Beziehungenwegen, in welchen die Herzogtümer zur Krone Dänemark zu stehen nichtaufgehört hatten und auch wohl nicht aufhören würden." Sie wurde demNeichsverweser übersandt.

Das Gefecht bei Rolding am 23. April ^3^9(S. Skizze 3)

Verhältnismäßig am besten war es auf deutscher Seite mit der hol-steinischen Division bestellt; sie hatte ein Jahr Zeit gehabt, sich zu ordnenund den inneren Halt zu festigen. Auch besaß sie in der Person desGenerals v. Bonin einen tüchtigen Führer. Dieser drängte zum Über-schreiten der jütischen Grenze und hatte seine Truppen inzwischen bis da-hin vorgeschoben. Der Reichskriegsminister, General v. Peucker, vertratden gleichen Plan. Er erhoffte von der Energie des Generals v. Pritt-witz die Erlösung aus einer unglücklichen Lage, in welchedie Ver-irrungen der Zeit und die Schwankungen energieloser Charaktere" Deutsch-land geführt hatten. Anders dachte man in Berlin darüber, wo maneben wieder über einen Waffenstillstand unter Aufhebung der Blockadeverhandelte und von der Besetzung Jütlands den Krieg mit Rußland be-fürchtete. Prittwitz erhielt daher abmahnende Weisung. Seine Lage warschwierig. Dreiviertel seiner Truppen waren nicht preußisch, und diepreußischen Besorgnisse galten nicht für sie. Halbheit war die Folge; erließ Bonin einrücken, aber unterstützte ihn nicht. Er freute sich über dessenselbständiges Handeln, rügte es aber in seinen Befehlen. Unter ganzleichtem Gefecht besetzten die Holsteiner am 19. April Kolding mit der vonZastrow geführten Avantgarde. Die Stadt wurde zur Verteidigung ein-gerichtet.

General v. Bülow beschloß sofort, sie wieder zu nehmen. Die beidendänischen Brigaden Moltke und Schleppergrell sollten sie von Norden her