Die Dänen beschränken sich auf reine Verteidigung
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Anordnungen durchgeführt sein. Den Oberbefehl übernahm an KroghsStelle General v. Bülow, wohl der tüchtigste unter den höheren dänischenOffizieren. Er verlegte sein Hauptquartier nach Middelfart .
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Es klingt uns heute wie ein Märchen, daß trotz dieser Passivität derdänischen Landarmee auch der deutsche Bundesfeldherr Ursache zur Vor-sicht zu haben glaubte. Bei den beiden ersten Divisionen wirkten die Ver-schiedenheiten in Vorschriften und Ausbildung, sowie Mängel in der Aus-rüstung, Unbehilflichkeit und Unerfahrenheit der kleinen Kontingente er-schwerend. Sie waren keineswegs als sicher zu verwendende Truppen-einheiten anzusehen. Bei der 3., der preußischen Division bestand dieInfanterie zur Hälfte aus Landwehr, deren damalige mangelhafte Ver-fassung sich, besonders in dieser Zeit, „wo demokratische Wühlereien alleVolksschichten durchdrangen", recht fühlbar machte. Sie kam nur langsamvorwärts; die Zahl der Zurückbleibenden und Fußkranken war bei allenMärschen sehr groß. Immer neue Ruhetage wurden nötig. Auf die Reservewar gar nicht zu rechnen. Die Schwerfälligkeit der Truppen in der Ge-fechtsführung sollte sich bald in auffallender Art und Weise kundgeben.
Als infolge der neuen Anordnungen auf feindlicher Seite alle Mel-dungen den Abzug der Dänen bestätigten, beschloß General v. Prittwitz ansGrund persönlicher Erkundung die Wegnahme der Düppeler Höhen. Inder Nacht vom 12. zum 13. April setzte er daher die vorderen Brigadender beiden kombinierten Divisionen gegen dieselben in Bewegung und fandsie vom Gegner frei. Ohne Befehl gingen die Truppen weiter vor.Schwache dänische Kräfte wichen bei ihrem Erscheinen in den Brückenkopfvon Sonderburg zurück. Vor diesem kam es am frühen Morgen zumScharmützel, in das die Batterien von Sonderburg und die Kanonenbooteauf dem Weningbund eingriffen. General v. Prittwitz, der selbst auf denHöhen eintraf, rief die Truppen daher wieder zurück. Bei dieser Gelegen-heit wurde ein sächsischer Zwölfpfünder durch Scheuwerden seiner Pferdeumgeworfen, zwei andere und der beschädigte Munitionswagcn einer Sechs-pfünderbatterie blieben im sumpfigen Boden stecken. Bayerische Batteriensollten auffahren und den Rückzug decken. Sie brauchten aber so viel Zeit,um schußfertig zu werden, daß die dänischen Schützen ihnen zu nahe kamen,ehe sie feuern konnten, und sie wieder abfahren mußten. So gelang esden Dänen, zwei von den im Stiche gelassenen Kanonen unter den Augender Deutschen fortzuschleppen und als Siegestrophäen in den Brückenkopfzu bringen. Das entscheidungslose Geschieße der Infanterie dauerte noch