7t!
II. Die Sturm- und Drangjahre von 1848—18S0
Die Landarmee unternahm an diesem Tage nichts.
Das waren die Folgen der Halbheit, die sich ein großes Ziel setzt, aberdie Gefahren nicht bestehen will, unter denen allein es erreicht werdenkann. Bei energischem Vorgehen von beiden Seiten hätten die Dänen dieholsteinische Division am 4. April mit Übermacht angreifen können, nochehe sie von den andern deutschen Truppen unterstützt werden konnte. EinWaffenerfolg, der allein dem verwegenen politischen Vorgehen Dänemarks entsprochen hätte, würde ihm die vermehrte Sympathie und Unterstützungder Großmächte eingetragen haben. Was die Vorsicht und die schwäch-liche Lehre von der Schonung der Kräfte hatten zustande kommen lassen,konnte nur entmutigend wirken.
Am 6. April vereinigten sich im Sundewitt und gegen die jütischeGrenze schon so viel deutsche Truppen, daß ein Erfolg zu Lande für dieDänen unwahrscheinlich wurde. Der günstige Augenblick war vorüber.Die holsteinische Division sammelte sich bei Apenrade , die 2. an der nörd-lichen Straße über Vaurup durch das Sundewitt nach Sonderburg , die1. an der südlichen über Gravenstein . Ihnen gegenüber standen dänischeVorposten von Atzbüll bis nach Blans hin. Von der 3. — der preußischen —Division sollte sich eine Brigade bei Flensburg aufstellen; die andere warerst im Anmärsche von Altona her.
Dennoch unternahmen die Dänen einen Vorstoß, vor dem nach einemverhältnismäßig lebhaften Zusammentreffen bei Ulderup, das 12 Offiziere188 Mann kostete, die vordere Brigade der 1. Division wieder auf Quarszurückwich. Die Dänen verloren 207 Mann. Die 2. Division blieb beiHockerup.
Wenn auch der Tag auf diese Art noch günstig für die Dänen verlief,so setzte der Kriegsminister Hansen, der mit dem Könige die Düppelstellungbesichtigte, in einem Kriegsrat am 7. dennoch die Beschränkung auf diereine Verteidigung durch, da er voraussah, daß die Deutschen sich auf demFestlande täglich verstärken würden. Auch fand eine neue Verteilung derKräfte statt. Auf Alsen blieben nun drei der sechs dänischen Brigadenunter Oberst de Meza, zwei wurden nach Fünen überführt, die letzte bliebbei dem Ryeschen Kavalleriekorps in Jütland . Die Düppeler Höhen solltengeräumt und auf dem Festlande nur der Brückenkopf von Sonderburg unddie Festung Fredericia behauptet werden. Sie bildeten die drohenden Aus-falltore gegen die rechte Flanke der deutschen Streitkräfte. Fredericia wurdein guten Verteidigungszustand gesetzt. In dieser Lage wollte man ab-warten, was die Deutschen unternehmen würden, und inzwischen ihrenHandel nach Kräften schädigen. Bis zum 18. April sollten die neuen