Gefecht von Eckernsvrde
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Das Gefecht von Lckernfärde am 5. April ^8HH
Trotzdem fand die zwecklos gewordene Flottenexpedition in die Buchtvon Eckernförde statt. Am 4. abends erschienen dort auf der Reede dasLinienschiff Christian VIII. mit 84 Geschützen, dessen Kommandant KapitänPaludan das Ganze befehligte, ferner die Fregatte Gefion mit 48 und die bei-den kleinen Dampfer Hella uud Geyser mit je 8 Kanonen. Nur zwei schwacheBatterien, in Erde auf der Süd- und Nordseite der Einfahrt von Eckern-förde gebaut, die erste mit 4, die andere mit 6 Geschützen armiert, sichertenStadt und Hafen. Ein tüchtiger Artillerist, Hauptmann Jungmann, ausder Türkei , wo er als Instrukteur erfolgreich gewirkt hatte, mit Beginn desKrieges herbeigeeilt, befehligte sie. Als das dänische Geschwader am 5.früh einlief, erwartete er, frei auf der Brustwehrkrone der Nordbatteriestehend, die ersten feindlichen Geschosse. Anfangs schien es, als sollten dieStrandbatterien der fast fünfzehnfach stärkeren feindlichen Artillerie baldunterliegen; mehrere ihrer Geschütze wurden stark beschädigt. Aber dasBlatt wendete sich. Ostwind kam auf und erschwerte die Lage der Schiffe;den Strandbatterien kamen Infanterie und zwei nasfauische Geschütze zuHilfe. Die Mannschaftsverluste waren bei ihnen gering, an Bord sehrbedeutend; ihre Geschosse konnten die nahe vor ihnen verankerten Zieleüberhaupt nicht fehlen, die vorübergehend außer Gefecht gesetzten Geschützewurden wieder schußbereit gemacht. Die Südbatterie schoß mit glühendenKugeln. Der Versuch der dänischen Dampfer, die Kriegsschiffe aus demFeuer zu schleppen, mißlang. Sie selbst erlitten schwere Schäden. EineWaffenruhe wurde von Jungmann abgelehnt. Als Christian VIII. dieSegel setzte, um gegen den Wind auf die offene See zu kreuzen, gerieter auf Grund; Feuer brach an Bord aus. Beide Segelschiffe mußtenam Ende die Flagge streichen. Die Gefion geriet in deutsche Hand;Christian VIII. flog, noch ehe seine Besatzung vollzählig geborgen war,mit 91 Mann in die Luft, darunter der tapfere Kommandant der Süd-batterie, Unteroffizier Preußer, der an Bord gegangen war. Mit einemOpfer von nur 4 Toten, 14 Verwundeten hatten die Deutschen den Däneneinen Verlust von 134 Toten, 92 Verwundeten, 44 Offizieren und 900 Ge-fangenen beigebracht. Ein Zufall spielte den Holsteinern den ersten großenWaffenerfolg des neuen Krieges in die Hand. Für Dänemark war derAusgang höchst betrübend: „Zwei Danipfer waren außer Gefecht gesetzt, dasstolzeste Linienschiff der Marine vernichtet, eine schöne Fregatte die Beutedes Feindes, und dies alles bei einer bloßen Demonstration, die ihren Zweckverloren hatte, bevor sie begann."