Verstärkung der Bundestruppen in Schleswig
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Inzwischen verstärkten sich die Bundestruppen. Die preußische Kavallerienebst reitender Artillerie traf auf dem Kriegs schauplatze ein. Die 1. und3. Division rückten daher näher an die holsteinische heran. Als nun auchdie freilich aus nicht weniger wie 9 verschiedenen Kontingenten zusammen-gesetzte Neservedivision von 13^ Bataillonen, 4 Eskadrons und 18 Ge-schützen erschien, konnte sie zur Abwehr eines Flankenangriffs der Dänenvon Alsen her im Sundewitt aufgestellt werden. Die bisher dort stehen-den Truppen der 2. Division wurden zum weiteren Einmarsch in Jütland verfügbar. Jetzt fehlte jeder Grund, dem Drängen der Zentralgewalt zumVorgehen mit dem Hinweis auf militärische Rücksichten längeren Wider-stand entgegenzusetzen. General v. Prittwitz glaubte indessen noch auf dieZustimmung der eigenen preußischen Negierung warten zu müssen. End-lich, am 6. Mai, als er sein Hauptquartier bereits nach Kolding verlegthatte, erhielt er die erbetene Vollmacht, den Befehlen aus Frankfurt Folgezu leisten.
Am 7. Mai setzten sich die schon um Kolding versammelten Truppen,37 Bataillone, 30 Eskadrons und 95 Geschütze, an 30 000 Mann, inBewegung, denen die Dänen nur 16 Bataillone, 16 Eskadrons und 40 Ge-schütze entgegenstellen konnten.
Die holsteinische Division ging gegen Fredericia , die 3., d. h. die preußi-sche, gegen Veile vor; die übrigen Truppen rückten bis und nahe an Kol-ding nach. Bei Gudsö und Alminde hielten die Dänen in guten undüberdies auch künstlich verstärkten Stellungen stand. Die Übermacht derAngreifer veranlaßte jedoch zunächst General Rye, von Alminde abzuziehen;dann gab nach längerem Gefecht auch die Brigade Moltke bei Gudsö nach,und General v. Bülow befahl den allgemeinen Rückzug. Die beiden Bri-gaden Moltke und Schleppegrell wichen nach Fredericia , das kleinere KorpsRye hinter Veile aus. Die Verluste waren unbedeutend.
Am 8. Mai wurde der Vormarsch sortgesetzt. Die Vorhut der 3. Di-vision besetzte ohne Kampf die tief im Flußtale gelegene Stadt Veile. Vonden bewaldeten Höhen dahinter aber wurde sie mit lebhaftem Artillerie-und Gewehrfeuer empfangen. General Rye hatte dort 4 Bataillone undseine Artillerie in starker Stellung aufgestellt, die sich links an den Veile-fjord, rechts an die tief eingeschnittene Grejs-Aa lehnte. Sie war in derFront schwer zu nehmen, und die preußische Division wartete auf dasEintreffen ihrer Kavallerie, der 8 Eskadrons starken Brigade Ledebur,die des Gegners rechte Flanke umgehen und ihn zum Abzüge zwingensollte. Diese Flanke war freilich durch die dänische Kavallerie bei Jelling— gleichfalls 8 Eskadrons und dazu 4 Geschütze — gesichert. Als sie