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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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Vorboten des dänischen Angriffs

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Zeitungen sprachen von einem großen Unternehmen, das dieInsurgenten"treffen werde. Ein solches hatte im Hinblick auf die nahende Waffenruheviel Wahrscheinlichkeit. Dänemark mußte danach streben, für die Friedens-verhandlungen noch schnell möglichst günstige Vorbedingungen zu schaffen.Daß sich General v. Bonin gegen den Rückzug sträubte, der zum mindestendas Eingeständnis eines verfehlten Unternehmens blieb, versteht man wohl;weniger schon, daß er sich dem Vorschlage des Oberst v. Zastrow ver-schloß, die Dänen längs der Überschwemmung nur zu beobachten und dieDivision nach links in den Raum nördlich der Festung zusammenzuziehen.Unverständlich bleibt, daß vom Oberbefehlshaber nichts geschah, um dieHolsteiner entweder zurückzurufen oder sie rechtzeitig zu unterstützen. Erstals am 5. Juli ein Deserteur bestätigte, was die übrigen Nachrichten schondeutlich genug besagten, wurden hierzu einige Vorbereitungen getroffen;doch war es jetzt zu spät.

Die Dänen hatten bis zu diesem Tage nahe an 24 000 Mann in Fre-dericia versammelt und hielten davon 20000 Mann mit 48 Geschützenzum Ausfall bereit, die sich in eine Avantgarde unter General de Meza,die 3., 4. und S. Brigade unter den Generalen Schleppegrell, Moltkeund Rye, sowie eine Reserveartillerie teilten. Die Kavallerie 4 Eska-drons befehligte Oberst Juel.

Am Abend dieses Tages standen die Holsteiner wie folgt:

Die Avantgarde unter Major v. Gersdorff bei Eritsö und am benach-barten Strande entlang, also auf dem rechten Flügel;

die 2. Brigade, Oberst v. Zastrow, in der Mitte bei Stoustrup undStallerup, die Vorposten in den Werken, Batterien und Laufgräben ander Überschwemmung und östlich davon bis zum Apothekergarten;

die 1. Brigade auf dem linken Flügel unter Major v. Stückradt beiChristinenberg und am Rands Fjord die Vorposten in den Erdarbeitenauf dem Exerzierplatz und am Strande;

die Kavalleriebrigade hinter dem Elbodal zu beiden Seiten der Straßenach Veile;

General v. Bonin hatte sein Hauptquartier in Bredstrup.

Die dem Feinde numerisch schon nicht unerheblich unterlegene Divisionwar daher über einen Raum von 1^ deutschen Meile Länge und 1 MeileTiefe zerstreut, bei jeder der drei vorderen Gruppen nur ein Teil in denHüttenlagern versammelt.

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