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II. Die Sturm- und Drangjahre von 1843—1850
Gegen die Flotte wurden noch 2 andere Batterien und dahinter ein mitGeschütz besetztes Werk und Schützengräben angelegt. In der Nähe, beiChristinenberg, wurde ein Lager errichtet, eine ganze Brigade nach demlinken Flügel verlegt. Um ihr im Notfalle einen Rückzugsweg zu ge-währen, bezeichnete man eine ziemlich tiefe Furt durch den Rands-Fjord mitStangen. Am 19. Juni begannen die Arbeiten, aber Regen, Sturm undKälte hinderten sie derart, daß sie erst gegen Ende des Monats vollendetwaren.
Die Schlacht von Fredericia am 6. ^uli ^3HZ(S. Skizze 9)
Die Lage der schleswig-holsteinischen Division war recht eigentümlich.Im ersten Verfolgungseifer hatte sie sich in den Raum zwischen derFestung und dem Elbodal-Abschnitt hineinbegeben. Nun stand sie dort,etwa 14000 Mann stark, auf einer mehr als 10 Kilometer langen Linieunmittelbar vor der Festung ausgedehnt, mit dem Rücken an schwierigenEngwegen und konnte nicht vorwärts, nicht zurück. Fredericia ernsthaftanzugreifen, fehlten die Mittel; mit dem Stehenbleiben war wenig ge-nützt, aber zum Zurückgehen konnte man sich auch nicht entschließen. Eshätte wie eine Niederlage ausgesehen und konnte zu einer solchen werden,wenn der Feind es wahrnahm und zum gleichen Zeitpunkte aus seinenWerken hervorbrach. Der feste Platz gewährte ihm dazu die Möglichkeit.Er stand auf dem Seewege mit allen übrigen dänischen Kampfmittelnund Streitkräften in Verbindung. Dänemark vermochte sein Heer im ent-scheidenden Augenblicke in Fredericia zu vereinigen. Und wo anders alshier hätte dies mit Aussicht auf Erfolg wohl geschehen sollen. Von Alsenaus konnte man durch den Sonderburger Brückenkopf nach dem Sundewittvorgehen; dort aber war der Widerstand der deutschen Reservedivision zuüberwinden, sehr bald auch der der 2. Division. Eine Landung an einemanderen Punkte der langen Küste, wo die Landenden keinen Rückhalt be-saßen, konnte nur früher oder später zur Niederlage führen. Es blieballein Fredericia übrig, vor dem die Holsteiner von aller Hilfe getrenntstanden.
Anfangs scheint man sich auf deutscher Seite über die Gefahr dieserLage nicht klar gewesen zu sein. Mahnungen zur Wachsamkeit ergingenmeist nur an die Befehlshaber anderer Küstenstrecken. Zu Anfang Juliwurden die Warnungszeichen häufiger. Alle von den Herzogtümern ausbeobachteten dänischen Schiffe waren nach Norden in Bewegung, der Schiffs-verkehr zwischen Fünen und der Festung besonders lebhaft. Kopenhagener