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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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Vorgänge in Jütland und im Sundewitt

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befehlshaber wegen Einstellung der Feindseligkeiten in Verbindung zusetzen, und wendete sich an General v. Bülow, der indessen ablehnte. Nunwurden vom 20. bis 22. Juni noch die nördlichen Bezirke von Skander-borg und Aarhuus besetzt, ohne daß es zum Kampfe kam. General Rhewußte bereits insgeheim, daß 4 seiner Bataillone nach Fünen und 1 Bat-terie nach Fredericia eingeschifft werden würden und leistete keinen Wider-stand. Ihm blieben in Jütland nur noch 2 Bataillone, 16 Eskadrons,1 Batterie.

Damit bei dieser trübseligen Kriegführung der Humor nicht ganz zukurz komme, richtete die von dem inzwischen zusammengetretenen Stutt-garter Rumpfparlament ernannte Regentschaft aus einem Bierlokal derStadt einen Befehl an den Reichsfeldherrn,den Krieg gegen die Dänenrasch und energisch fortzuführen und namentlich ganz Jütland militärischzu besetzen, damit baldigst ein ehrenvoller Friede geschlossen werden könne."Mehr konnte das Soldatenherz nicht wünschen. Schade nur, daß nichtdie Befehle, sondern die Männer entscheiden, die sie geben und diesehier waren ohne alle Macht.

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Im Sundewitt wurde am 6. Juni bei den Düppeler Höhen, wo vonfeiten der Deutschen eine Reihe von Werken und Batterien gegen denSonderburger Brückenkopf in Bau genommen waren, kanoniert und ge-plänkelt; ein dänischer Dampfer durch einen glücklichen Schuß in Grundgebohrt sonst blieb alles beim alten.

In Jütland ließ sich am 9. eine sorglose kurhessische Husarenabteilungvon einer dänischen Streifpartei überfallen und gefangen nehmen. Straf-expeditionen wurden abgeschickt, Streifereien gingen bis Ribe und Ring-kjöbing, Vorräte wurden zusammengebracht, der Feind aber wich überallaus. Es war, als seien die seligen Zeiten desKartoffelkrieges" wiederzurückgekehrt.

Vor Fredericia richtete General v. Bonin sein Streben darauf, denVerkehr der Festung mit Fünen mehr und mehr zu unterbrechen. EineStrandbatterie südwestlich der Stadt machte durch ihr Feuer die Lande-brücken bei Strib unbenutzbar; die Dänen mußten eine neue weiter östlichanlegen, obwohl das Wasser dort flach war und nur Bootsverkehr ge-stattete. Um auch diesen zu hindern, wurde es nötig, eine Strandbatterienördlich der Stadt zu erbauen. Von dort konnte man die neue Landungs-brücke auf 2700 Schritt Entfernung erreichen. Ihre von den Stellungender Division völlig getrennte Lage aber erforderte besonderen Schutz.