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In der Nacht zum 6. Juli um 1 Uhr standen die Dänen innerhalbder Festung bereit, und das Unheil brach unaufhaltsam über die Belagererherein.
Die Avantgarde unter General de Meza, gefolgt von der Kavallerie,der Brigade Schleppegrell und der Reserveartillerie, brach auf der Nord-seite des Platzes hervor und wendete sich etwas nordwestlich gegen Egumund Stallerup. Die Brigade Rye und hinter ihr Moltke schlugen dieRichtung am Strande nordwärts ein, um später gegen Traelle und Jgeskovvorzugehen. Es bildeten sich auf diese Art zwei starke Ausfallkolonnen,die eine etwas über, die andere etwas unter 10 000 Mann, die nun aufden linken Flügel der 2. und die 1. holsteinische Brigade stießen. IhrÜbergewicht über die vereinzelten Abteilungen des Gegners machte sich baldfühlbar.
General de Meza stürmte die Laufgräben zwischen dem Apothekergartenund der Überschwemmung, nahm die dort gelegene Mörserbatterie und dieRedoute 4 nach tapferem Widerstande der Besatzung, umfaßte dabei mehrund mehr den linken Flügel der 2. Brigade und drang über die dahintergelegene Schlucht hinweg bis zu deren Hüttenlager vor. Als von rückwärtsdas 2. und 8. holsteinsche Bataillon herankamen, gelang es noch einmal, dieDänen zurückzuwerfen und die von ihnen schon eingeschlossene Nedoute 3wieder zu befreien. Bei dem Versuche, bis zu Redoute 4 vorzudringen,stießen die Holsteiner aber schon auf die anrückende dänische Brigade Schleppegrell, an der ihre Kraft erlahmte. Die Redoute wurde nicht er-reicht und die Besatzung mußte sich später ergeben. Die zurückflutendenBataillone wurden nun bis westlich über das Hüttenlager hinausgedrängt.Die holsteinische Mitte war damit durchbrochen; die Verbindung zwischenden beiden Flügeln hörte auf, der größere Teil der 2. Brigade befandsich in Auflösung. Nur das 7. und 10. Bataillon an der Überschwemmunghatten wenig gelitten; sie schlössen sich der Avantgarde an. Die beidenRedouten 1 und 2 wurden noch eine Zeitlang von ihren schwachen Be-satzungen gehalten und fielen dann ebenfalls in dänische Hände. Von der1. Brigade fehlten alle Nachrichten.
Der auf dem Gefechtsfelde eingetroffene General v. Bonin tat, was erkonnte. Er rief die Avantgarde und die Kavallerie nach dem Kampfplatzeheran. Jene kam nach Stoustrup und nahm die geschlagene 2. Brigadeauf, sammelte auch Versprengte der 1. Oberst v. Zastrow gelang es, beiKobbelgaard an einem großen Knick eine neue Gefechtslinie zu bilden, unddort verblieb man, bis die 1. Brigade ihren Rückzug bewerkstelligt hatte.
Dieser verlief sehr unglücklich. Die Brigade war etwas später als die