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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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92 II- Die Sturm- und Drangjahre von 184818S0

anderen angegriffen worden. General Rye war dort am Ufer entlang biszu den Verschanzungen vorgedrungen, fand aber bei dem 2. holsteinischenBataillon unter Hauptmann v. Ahrenswald einen so tapferen Wider-stand, daß noch ein Bataillon der Brigade Moltke eingesetzt werden mußte,um ihn mit sechsfacher Übermacht zu überwinden. Die Strandbatterienund Redoute 5 wurden angenommen. Die beiden bei Christinenberglagernden Bataillone 1 und 4 kamen zu spät heran, um sie retten zukönnen. Sie hielten sich indessen am Nordrande des Exerzierplatzes eineZeitlang, bis nach dem Fall von Redoute b die ganze Brigade Rye gegensie verfügbar wurde. Der Rückzug wurde angetreten und fortgesetzt, ob-gleich jetzt mich die letzten Bataillone der Brigade , das 3. Jäger- und3. Jnfanteriebataillon, herankamen; denn schon sah man die benachbarte2. Brigade im Weichen. Man nahm die Richtung auf die bei Jgeskovliegende Furt. Die irrige Nachricht, daß diese von dänischen Kanonen-booten beherrscht würde, veranlaßte leider eine Änderung und den Versuch,nach Bredstrup durchzukommen. Da jedoch die beiden dänischen Brigadenlebhaft nachdrängten, so gelang dies nur noch dem 3. und unter großerEinbuße auch dem 1. Bataillon. Das 4. mußte wieder nach der Furt um-kehren, durch welche Hauptmann v. Wrangel die Reste des 2. gerettet hatte.Es glückte ihm indessen nicht mehr zu entkommen. Nach Verlust seinesFührers fiel es in Feindes Hand. Einen Teil des 3. Jägerbataillonstraf das gleiche Schicksal.

Um 6 Uhr früh erteilte General v. Bonin den Befehl zum Rückzughinter das Elbodal, wohin man besser rechtzeitig und freiwillig abgezogenwäre. Das Gefecht endete bald danach; die Dänen folgten nicht über denAbschnitt hinaus. Noch am Vormittage begannen die Holsteiner den Weiter-marsch auf Veile, das sie um 4 Uhr nachmittags erreichten.

Ihr Verlust war groß, nämlich 38 Offiziere, 999 Mann an Toten undVerwundeten, 33 Offiziere, 1921 Mann an Gefangenen, im ganzen also71 Offiziere, 2920 Mann. 36 Feld-, 26 schwere Geschütze blieben indänischer Gewalt. Die Dänen büßten an Toten und Verwundeten 1773Mann, an Vermißten 94 ein. Im nächtlichen Kampfe bei Redoute 5 warGeneral v. Rye gefallen, von seiner Armee lebhaft betrauert.

Der Schlag von Fredericia war für die Herzogtümer und ihre jungeArmee schwer, der Verlust an Kriegsmaterial sehr empfindlich. Die Trup-pen gewannen freilich, aus der entscheidungslosen unbequemen Rolle voreiner Festnng, der sie nichts anhaben konnten, befreit, die gute Stim-