Druckschrift 
2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
Entstehung
Seite
275
Einzelbild herunterladen
 
  

Ergebnislose Verhandlungen

275

und die Erhaltung seiner Krone gegen Niederlegung der Waffen ange-boten worden. Die Verhandlungen zerschlugen sich abermals. Der Königentschied sich, den Durchbruch aufgebend, am 26. Juni zum Rückmarsch,doch nicht über Mühlhausen, sondern in der Richtung auf Sondershausen .Als dann jedoch die Nachricht kam, daß die Preußen von Eisenach abgerückt seien und dies auf Erscheinen der Bayern hinzudeuten schien,wurde an der Unstrut bei Merxleben nahe von Langensalza wieder halt-gemacht.

General v. Flies, dessen Patrouillen mit den hannoverschen in Berüh-rung standen, war bis südlich Langensalza gefolgt. Als ihm aber vonEisenach her kein Zuzug kam, verlegte er seine schwachen Truppen nachWarza nördlich Gotha zurück. Abends erhielt Falckenstein nochmals einenBefehl des Königs, die Waffenstreckung der Hannoveraner um jeden Preiszu erzwingen. Dies Telegramm ward gleichzeitig dem General v. Fliesmitgeteilt. Falckenstein sandte ihm den Befehl,nicht vorzurücken, solangedie Hannoveraner bei Langensalza stehen bleiben, sonst aber ihnen an derKlinge zu bleiben". Diesen Besehl erhielt er jedoch nicht mehr und ent-schloß sich im Geiste des königlichen Telegramms, am 27., seiner Schwächeungeachtet, zum Angriff.

Das Gefecht von Langensalza am 27. Juni 1^866 und die Kapitulation

der Hannoveraner

(S Skizze 24)

General v. Flies, zu dessen Truppen auch die kleine Abteilung ausMagdeburg unter General v, Seckendorff gestoßen war, verfügte über einebunt zusammengewürfelte Macht von 12^ Bataillonen, 3 Eskadrons,4 Batterien, d. h. 8180 Gewehren, 280 Reitern, 22 Geschützen, Linie,Landwehr, Ersatz- und Besatzungstruppen. Mit einer solchen Musterkartevon Truppenteilen die immerhin noch 16100 Gewehre, 1800 Reiter und42 Geschütze zählenden Hannoveraner anzugreifen, bot wenig Aussicht aufErfolg. Dennoch war es richtig; höhere Rücksichten können solche Wag-nisse gebieten. Um 7 ^ Uhr brach Flies auf. Seine Vorhut trieb han-noversche Dragoner vor sich her; ein in Langensalza stehendes Bataillonwich auf Merxleben zurück. General v. Flies glaubte eine Nachhut vorsich zu haben und verzichtete darauf, 2 gerade noch in Gotha eintreffendeBataillone zu sich heranzuziehen. Auch die auf Arentschildts Befehl nocheinmal nach Langensalza zurückkehrende hannoversche Brigade Knesebeck verschwand wieder, als preußische Schützen sich auf dem Judenhügel ent-

18*