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Kompagnien , die keinen einheitlichen und nachhaltigen Widerstand leisteten.Von der Hitze völlig erschöpft, fielen zahlreiche Mannschaften in Feindes-hand; ebenso erging es meist den in den Baulichkeiten an der Salza ein-geschlossenen Besatzungen. Auch die Brigade de Vaux schloß sich demAngriffe, die Merxlebener Brücke überschreitend, an. Um KallenbergsMühle kam es zum hartnäckigen Kampfe. Die Mühle und das Wäldchenam Bad sowie die Allee zwischen beiden wurden am längsten gehalten. EinVersuch der Mühlenbesatzung, sich durchzuschlagen, mißlang.
Auch die preußische Artillerie mußte vor dem überlegenen Feuer derhannöverschen Artillerie allmählich den Judenhügel räumen, um in eineAufnahmestellung südlich Langensalza überzugehen, wo hannoversche Ka-vallerie sie angriff, aber abgewiesen wurde.
Unter Gefecht vollzog sich der Rückzug durch Langensalza und vom Ju-denhügel, wo sich 4 Kompagnien des gothaischen Regiments nach dem Ab-fahren der Artillerie noch behauptet hatten. Bei Hartungs Fabrik wurdendie weichenden Abteilungen von den beiden, zuletzt noch als Rückhalt ver-bliebenen Kompagnien vom Grenadierregiment II aufgenommen. DieHannoveraner drängten heftig nach, zwei abfahrende Geschütze der Aus-fallbatterie wurden von der hannöverschen Kavallerie angegriffen, genom-men, aber wieder befreit, bis sie am Ende, von den scheu gewordenenPferden in einen Hohlweg gestürzt, liegen blieben.
Am schwierigsten gestaltete sich der Abzug der am Bade und in demanstoßenden Wäldchen aushaltenden Truppen. Dort waren zuletzt dasI. Bataillon des Grenadierregiments 11, mehrere Kompagnien vom Re-giment 25, das Landwehrbataillon Potsdam und eine Ersatzkompagnietätig gewesen, die nun, verfolgt vom feindlichen Artilleriefeuer und derBrigade de Vaux, nach dem Siechhof abzogen. Von dort war Generalv. Seckendorsf mit seinen Truppen bereits längs des Klinggrabens nachder Chaussee südlich Langensalza marschiert, so daß ihnen keine Aufnahmezuteil ward. Die hannoversche Kavallerie wurde vorgeholt, um sie zu ver-nichten, und ein dramatischer Schlußakt folgte. Etwa 900 preußische In-fanteristen, Linie und Landwehr gemischt, in zwei Hausen geteilt, rücken,der vordere schwächere unter Hauptmann v. Rosenberg, der Hintere stärkereunter Major des Barres über das Feld davon, während sich 17 Schwa-dronen von 5 hannöverschen Kavallerieregimentern, 1365 Pferde, zumAngriff sammelten. In Staffeln von einzelnen oder mehreren Eskadronsritten sie gegen Front und Flanken der Preußen an, auf kurze Entfernungvon ruhigem, überlegtem Feuer empfangen und abgewiesen. Sie wieder-holten trotz den Verlusten mit unerschrockenem Mute die Anfälle. Major